Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 213 wahrscheinlich nichts wusste. Der Bruder Carlo Cicala setzte die Dienste seines Vaters fort; so kämpfte er auch bei Lepanto mit. Er war es dann, der die Fäden bewegte. Die zwei Cousins von ihm, Antonio Cicala SJ und Vincenzo Cicala SJ, die von J. P. Niederkorn sehr negativ beurteilt: „Allerdings müssen Pater Antonio Cicala und sein Bruder Vincenzo, auch ein Mitglied der Gesellschaft Jesu, begnadete Intriganten gewesen sein".133 1593 begab sich Carlo in den Orient. Sein Ziel sollte gewesen sein, den Bruder Pascha dem katholischen Glauben wiederzugewinnen. Allerdings gab es einige, die vermute­ten, dass Carlo eher eventuelle finanzielle Vorteile als christliches Streben motivieren. Den anderen wichtigen Knackpunkt verur­sachte der Pascha selber: Er besuchte seine Mutter in Messina mit der Zustimmung des Vizekönigs 1598. Die etwas naive Vermutung war, dass der Pascha seiner Mutter die Konversion zum christlichen Glauben versprochen hätte. Dass Lucrezia ihn darum bat, ist aller­dings sehr wahrscheinlich, denn sie schrieb darüber dem Papst ei­nen Brief.134 Auf jeden Fall fand die Idee ein lebhaftes Echo in Rom, was auch daran gelegen haben kann, dass Pater Antonio den Brief übergab. Den Jesuiten schickte Clemens Vili. weiter zu europäi­schen Höfen. Pater Vincenzo reiste diesmal im Jahr 1600 in den Orient, wo Carlo sich bereits aufhielt. Er nahm päpstliche Breven mit. Sowohl der spanische Vizekönig, der den Plan für unglaubwür­dig hielt, als auch andere hohe Würdenträger drückten ihre Skepsis aus. Niederkorn berichtet über eine Consulta.135 Gemäß dem Proto­koll drückten alle drei aus, dass es sehr schwer sei, die Geschichte zu glauben, dem gemäß würde Cicala gegen den Sultan einen Auf­stand führen und das Osmanenreich ruinieren wollen. Sie unter­stützten doch den Plan und machten den Vorschlag, 50 Galeeren in Messina zu versammeln, mit denen sie dem Pascha zur Hilfe kom­men können. (Diese Galeeren konnte man bei Gelegenheit auch für etwas anderes benutzen, so war der Verlust unerheblich.) Warum 133 NIEDERKORN, Das „negotium secretum" (Anm. 131) 430. 134 Ed. RINIERI I., Clemente VIII. a Sinon Bassa Cicala. Secando documenti inediti. In: La Civiltà Cattolica. Roma (CivCat) 16 (1897) IX 693-707.. X 151-161.. 272-285., 671-686.. XI 153-172., 410-420., 653-663., XII 154-164., 417-435; 17 (1898) I 165-176. Cit. 16 (1897) X. 2771'. 135 Vgl. NIEDERKORN, Das negotium secretum" (Anm. 131) 432f.

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