Folia Theologica 16. (2005)
Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn
LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 209 nähme. Der Papst hoffte auf die friedliche Lösung der Frage, wie er davon u. a. am Konsistorium von 7. Januar und 11. Februar 1598 sprach.118 Das Jahr brachte außer der Eingliederung Ferraras auch einen anderen großen Erfolg mit: es gelang ihm, den Frieden von Vin- vers zu vermitteln, damit die spanisch-französische Spannung beendet wurde. Aber dann begann fast sofort eine andere Spannung: die Frage um die Zugehörigkeit Saluzzo, das sowohl Frankreich als auch Savoyen beanspruchte. Dieses Problem wurde dann 1601 aufgelöst. ln Spanien änderten sich die Sachen: Philipp HI.119 (1598-1621) erstieg den Thron, der zur Unterstützung des Papstes etwas freundlicher stand. Der große Erfolg zeigte sich auf der antitürkischen Ebene in Siebenbürgen: Die Vermittlungen und nicht zuletzt die päpstliche und siebenbürgische Gesandtschaft von P. Carillo konnten das Problem fast lösen. Bereits 1595 enthob der Ständetag seine Entscheidungen über die Suspension der Jesuiten. Fürst Zsig- mond Báthory schloss einen Vertrag mit Rudolf, dem gemäß er 1599 (wieder) abdankte. Rom erklärte seine Heirat am 12. Juli für ungültig, was für Báthory sehr wichtig war.120 3.3. Päpstliche Bündnis- und Hilfsversuche zwischen 1600-1605 Im Jahre 1600 kamen immer schlechtere Nachrichten aus Ungarn, die eine aus Venedig mit dem Datum 28. Oktober oder eine andere im November.121 Ein großes und für die Christlichen sehr 118 7. Januar 1598, als er Pietro Aldobrandini zum Legaten a latere ernannte: es sollte „sine sanguine et sudere“ geschehen. BAV Urb. Lat. 2872 foil. 387-389. Cit. 387.; II. Februar 1598: „Sanctissimus Dominus Noster dixit statum Ferraria iam fuisse recuperatum, ideo sola Dei omnipotentis misericordia factus esse et propterea illi in gentis esse gratias agendas primis“ dass die Sache um Ferrara wirklich „nulla sanguinis effusione“ geschah. Ebd. foil. 3891'. Cit. 389. 119 Philipp III., König von Spanien (1598-1621). Er ist 1578 geboren und folgte seinem Vater Philipp II (1556-1598) auf dem Thron. Mit der Politik des Zu- rückweichens verlor Spanien viel von seinem Prestige. Es gab in seiner Zeit auch Kriege und die Vertreibung der Morisken, was zum wirtschaftlichen Verfall führte. BE (Anm. 22) Bd. 14. 53 If. 120 SZILAS (Anm. 71) 97-103. 121 [Kanischa] “era caduta in mono di Hebrain dicendosi quel Governatore sia stato sforzato srendersi dalli suoi proprii soldati quali s 'erano ammotinati si per la stranheiza". BAV Urb. Lat. 1068. foil. 704-706.. 735f.