Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG JN UNGARN 205 Raab, die Vormauer Wiens, übergab man nach sechstägiger Bela­gerung am 29. September kampflos an die Türken, worüber Cle­mens V1Í1. beim Konsistorium vom 24. Oktober98 auf dem Quirinal berichtete. Eine Kuriosität, dass es in der Instruktion, die der Papst dem neuen Gesandten nach Prag mit dem Datum 3. Oktober mit­gab, so lautet: „[...] und die Hoffnung, dass Raub nufbewahrt bleibt, wenn Gott gnädig sein wird, wenn cs bis jetzt nicht verloren sei, entweder mindestens besser verteidigen, dnmit es bleibt; oder wenn Raab verloren wäre, sollte [der Kaiser] nach Wien kommen, sich dort zu befestigen Die andere Hälfte der Aussage, dass Rudolf nach Wien umzie­hen sollte, war eine ständige Bitte nicht nur des Papstes, sondern auch der ungarischen Stände. Rudolf zog allerdings nie nach Wien. Unter diesen Umständen entschied Clemens VUE, doch ein päpstli­ches Söldnerheer nach Ungarn zu schicken, das aus 10.000 Infante­risten und 1.000 Reitern bestand (oder nach anderen Forschungen genau aus 7648 Mann in 41 Fähnlein, bzw. 11.800 Mann und 650 Reiten).100 Lieber Soldaten als Geld zu schicken, schien gewiss si­cherer zu sein. Der Papst gründete am 5. Mai 1595 il Monte del Sussi- dio della Guerra d'Unghcria mit einem Kapital von 385.000 Goldscudi sionem, quam imponendi sex Decimas super beneficiis Ecclesiasticis in tota Italia, exemplo Pii V„ et aliorum Summorum Pontificum, in huiusmodi occa­sione contra Tureas si Dominis Cardinalibus videretur. Et omnes probarunt causam; et impositionem huiusmodi. excepto Domino Cardinali Palleotto. qui dixit ita afflictum, et depauperatum esse Dominium Ecclesiasticum, ut Eccle­siae, et Clerus vix vivere possint." BAV Barb. Lat. 2871. foil. 714v. 98 „Idem Sactissimus Dominus Noster deploravit ammissionem Civitatis Iau- riensis in Hungária, et calamitates illius Regni, et Christianos et periculum ammissionis arcis, et Insulae Comariensis.” 24 Oktober 1594. Ebd. 727f. Cit. 727. 99 „[...] et la speranza cti conservare Chiavarino, se Dio farà gratia, ehe non si sia perdülő fin all ’hora o di difendere almeno meglio quello ehe resta; et se si fosse perdülő Chiavarino, verra ad assicurarsi meglio di Vienna". Instruk­tion für Lotario Conti. Gesandter am Kaiserhof, 3. Oktober 1594. JAITNER 266-278. Cit. 274. 100 PETROCCHI (Anm. 63) 85.; MATHAUS-VOLTOLINI (Anm. 43) 414.; NIE­DERKORN, Die europäischen Mächte (Anm. 27) 74.

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