Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 199 3. Päpstliche Bündnis- und Hilfsversuche Als Clemens VIII. im Frühling 1592 zum Papst gewählt wurde, galt noch der Waffenstillenstand, den Rudolf mit Murad III.68 (1574-1595) kurz davor erneuert hatte. Der Papst hatte dennoch vor Augen, den „Erbfeind des Christentums“ aus Ungarn und gar aus Eu­ropa zu vertreiben. 3.1. „Strigonii expugnator": die ersten Jahre des Krieges (1592-1595) Er schickte kurz nach seinem Pontifikatsbeginn 20.000 Goldscu­di für den Türkenkrieg, als der Konflikt noch nicht offen ausbrach, da dann andere Geldmittel folgten.69 Er drückte seine Sorgen ein paar Jahre später in seiner Instruk­tion für den außerordentlichen Nuntius aus, der wegen des Krieges zu den italienischen Fürstenhöfen geschickt wurde: „Es ist aus allen Gründen nötig, sowohl mit Geist wegen des Dienstes für den heiligen christlichen Glauben als auch mit irdi­schen Mitteln wegen der bevorstehenden Gefahr jene Schutz- maucr zu verteidigen an den Grenzen von Kroatien, Ungarn und ganz Deutschland [...], damit jener riesige und gefährliche Fluss nicht heraus- und hinüberkommt".70 Dieser Teil Europas dient dem gemäß als Schutzmauer für den Rest des Kontinentes. Die Staaten sollten also ebenso aus morali­68 Murad III., türkischer Sultan (1574-1595). Er ist 1546 in Konstantinopel ge­boren, folgte seinem Vater auf dem Thron. Durch den Krieg gegen Persien (1576-1590) gewann er Kars. Eriwan, Georgien und Täbris. Seine Regie­rungszeit verging trotzdem nicht ohne Revolten. Murad III. begann den Lan­gen Türkenkrieg. Der Sultan verstarb vermutlich am 16. Januar 1595 in Kon­stantinopel. BE (Anm. 22) Bd. 13. 80. 69 ROBERG (Anm. 17) I 228. 70 „Onde per ogni ragione et di spirito per servitio della santa fede Christiana et di temporalith per li pericoli imminenti è necessario di mantenere e fortifica­re con buona et sojftciente militia cptel antemurale et propugnacolo della christianità ai confmi di Croatia, Ungheria et di lutta Germania, et far gl ärgini et ripari ben gagliardi et forti, affinché quel ftume grossissimo et impetuossissimo non sbocchi et venga inanzi[...] '. Instruktion für Paolo San- vitale. Außerordentlicher Nuntius an italienischen Fürstenhöfen. Rom, 24. Ja­nuar 1594. JAITNER 216-225. Cit. 221.

Next

/
Thumbnails
Contents