Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 197 Entscheidung ist, die Herrschaft über Italien zu gewinnen" [11], was er auch damit beweisen kann, dass man bereits in Konstantinopel Ita­lienisch spricht. So wollte er vielleicht auf die Gefahr noch mehr aufmerksam machen? Es ist auf jeden Fall sicher, dass auch diese Drangsal nicht unrealistisch war: der Papst argumentierte damit oft mit Erfolg bei den verschiedenen italienischen Fürstenhöfen. Be­sonders die Einnahme von Kanischa (1600) machte diese Gefahr in Italien präsent. Der Bischof von Hvar ermunterte, eine neue Heilige Liga zu gründen, wie es einmal Pius V. 1570 mit dem großen Sieg der christlichen Flotten bei Lepanto 1571 gelang [3]. Clemens VIII. wollte in der Tat ein ähnliches Bündnis mit den Mächten so schlie­ßen, wie es in der Oratione empfohlen wird: mit den höchsten di­plomatischen Mitteln [12], so „versicherte Seine Heiligkeit die Christen­heit sowohl am trockenen Boden als auch am Meer mit dieser Liga der Kai­sers, des Königs von Polen und Moskaus" [14], die für Cedulini den wichtigsten Teil des Bündnisses bilden würden, sie mit den ande­ren christlichen Staaten gemeinsam. So würden in einem offensi­ven Krieg seitens Spanien und Venedig die Osmanen per Meer an­greifen [13], solange die anderen am trockenen Boden sind wie Per­sien, so auch die Georgier, die Tataren, die Walachen, die Moldauer und die Siebenbürger, die bereit sind, „sich zu erheben, um die Frei­heit wieder zu gewinnen" [12]. Es ist der tragische Schicksal Clemens' VIII., dass er dieses Ziel nicht erreichte. Cedulini sah wohl genau, warum es nicht einfach ist, unter den christlichen Fürsten eine Liga ins Leben zu rufen: „Ein großer Teil befindet sich außerhalb der katholischen Union wegen der trennenden Häresie und der ihn beschäftigenden Kriege; und der andere Teil hat kein gegenseitiges Vertrauen, dafür Verdächtigungen. So kann man schlecht in eine Union führen, die stabil sei.“ [10] Das war es eben, was es endlich verhinderte, eine Union zu schließen. Deshalb wird Clemens Vlll. manchmal so beschrieben, als ein Kirchenfürst, der sich mit der Rettung der Länder der Ste­phanskrone und Europas nicht beschäftigt hätte. K. Jaitner, der seine päpstliche Instruktionen für die Nuntien 1993 herausgab, P. Bartl, der diese Hauptinstruktionen ein Jahr spä­ter kommentierte, oder A. Borromeo, der den Lebenslauf des Pap­stes für das Dizionario Biografico degli Italiani 1982 schrieb, drücken

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