Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

190 T. TOTH darüber, zum Gouverneur von Fano ernannt worden zu sein. Da­mit hätte er vielleicht die Spitze seiner Karriere erreicht gehabt, wenn lppolito Aldobrandini am 30. Januar nicht zum Papst gewählt worden wäre. Sein Bruder, ein anderer Pietro Aldobrandini, wurde zum Kapitän der päpstlichen Garde ernannt; er erhielt am 13. März 1592 die Apostolische Nuntiatur in Neapel und wurde am 15. No­vember 1593 zum Bischof von Troia und zum assistente al soglio pon­tificio ernannt. Er erhielt nur eine Instruktion, die eigentlich nur Schriftstücke seiner Vorgänger und andere Erinnerungen beinhal­tete.40 Er versuchte treu die Entscheidungen der Kurie und die tri- dentinischen Reformen durchzusetzen. Seine bürokratische Menta­lität und leider auch seine menschlichen und christlichen Mängel wurden im Fall von Tommaso Campanella41 deutlich. Nach dem Tod Clemens' Vlll. dankte der alte Mann selbst ab und zog sich nach Florenz zurück, wo er am 10. November 1606 verstarb, lacopo wurde in der Kirche San Lorenzo beigesetzt. 2. „Es ist nötig, erst dem Wildbach der Türken zu begegnen, dann den Häretikern" Der Aldobrandini-Papst war vielleicht derjenige, der sich unter den zeitgenössischen Fürsten am stärksten bemühte, gegen die Türken ein Bündnis zu verwirklichen. Das wird auch klar, wenn man von den Hauptinstruktionen dieses Kirchenfürsten, die er an die Nuntien, Gesandten und Sondergesandten schrieb, eine kleine Statistik herstellt. Von den 99 Hauptinstruktionen beschäftigen sich 25 praktisch nur mit dem Fünfzehnjährigen Krieg, wie man ihn in Ungarn nennt. Diese Hauptinstruktionen sind eben direkte Anre­gungen, die auf der unprotokollarischen Ebene die Intention des Papstes vermittelten. Er wollte sogar nicht nur die europäischen Fürstenhöfe mobilisieren sondern suchte auch in Konstantinopel 40 Jacopo Aldobrandini, Nuntius in Neapel, am 13. März 1592. JAITNER 20. 41 Tommaso Campanella (1568-1639). OP. Er war mehrfach vor dem Gericht wegen Häresie und Lebensführung. 1599 wurde er mit Verschwörung gegen die Spanier beschuldigt. Er wurde 1602 verurteilt und saß im Gefängnis bis 1629. Dann flieht Campanella nach Paris. Er schrieb zahlreiche, hauptsäch­lich philosophische Werke. OTTMANN H.. Campanella, Tommaso. In: LThK (Anm. 4) Bd. 2. 913.

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