Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 183 Seine Tragödie war, dass er überall spüren musste, dass er an­ders als sein viel jüngerer Cousin, immer weniger beachtet wurde. Das alles führte 1598 zum offenen Bruch, als Ferrara dem Kirchen­staat angegliedert wurde und Clemens Vlll. entschied, auch selbst in diese Stadt zu fahren. Er flüchtete unerwartet aus Ferrara und er­schien erst 1599 in Rom, wo sich der Papst und die Kurie wieder be­fanden. Er erkannte dann die Priorität seines Neffen an, und eine solche Geschichte wiederholte sich nicht mehr. Cinzio versuchte doch, aus dieser Falle herauszukommen, und bekundete deshalb sein Interesse in einem Gespräch mit dem kaiserlichen Gesandten am Statthalteramt von Siebenbürgen, wenn Fürst Zsigmond Báthory18 abdankte. Kardinal San Giorgio führte in Zurückgezogenheit ein frommes, religiöses Leben, woraus das falsche Gerücht entstand, dass er Papst werden wolle. Den schließlich auch vom Papst unterstützten Unterschied zwischen den zwei Kardinalnepoten machen die Fi­nanzen sehr wohl deutlich: Während das Einkommen Cinzios um 1600 30.000 Scudi waren, nahm Pietro im Jahre 1600 112.922 Scudi ein,19 Auch der dritte Neffe, Gian Francesco erhielt viel mehr Geld als Cinzio.20 Nach dem Tod des Onkels versuchte die spanische ves “. ROBERG B., Türkenkrieg und Kirchenpolitik. Die Sendung Kardinal Madruzzos an den Kaiserhof 1593 und zum Reichstag von 1594. In: Teil I: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Rom. Tübingen (QuellFo) 65 (1985) 192-305.; Teil 2: 66 (1986) 192-268. Cit. 1 300. 18 Zsigmond Somlyói Báthory, Fürst von Siebenbürgen (1586-1599. 1601-1602). Er ist 1572 geboren. Sein Vater war Woiwode unter István Báthory. Der Fürst bemühte sich, sich einer antitürkischen Liga anzuschlie­ßen. Er war zwar erfolgreich in der Politik, aber persönliche bzw. psychologi­sche Probleme führten zu seiner Tragödie. Die Ehe mit Erzherzogin Maria Christina (1595) wurde nicht konsumiert. Er dankte viermal ab (1594; 1597; 1599; 1602). Er kam aber dreimal zurück und wurde vom Ständetag dreimal (1594, 1598, 1601) wieder angenommen. Er verstarb 1613 in Prag. BERTÉ- NY1 I., DIÓSZEGI 1., HORVATH J.. KALMAR J„ SZABÓ P.. Királyok kö­nyve. Magyarország és Erdély királyai, királynői, fejedelmei és kormányzói fDas Buch der Könige. Die Könige, Königinnen, Fürsten und Regenten von Ungarn und Siebenbürgen]. Budapest '1997. I30f. 19 ROBERG (Anm. 17) 62. 20 1598 betrug sein Einkommen bereits 60.000 Scudi, 1600 erhielt er vom Papst sogar noch 150.000 Scudi, um in Emilia Felder zu kaufen. GUARINI, Aldo- brandini, Gian Francesco. In: DBI (Anm. 12) Bd. 2. I04f. Cit. 105.

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