Folia Theologica 13. (2002)

Attila Puskás: Gott der dreieine als Schlüssel zum verstehen der wirklichkeit trinitarische Ontologie bei Gisbert Greshake

TRINITARISCHE ONTOLOGIE BEI G. GRESHAKE 33 tarische Begründungsmodell versteht das personale und das sozia­le, also den Menschen als mit Freiheit begabte Person und als Glied der menschlichen Gemeinschaft, derart, dass „es die Gleichursprüng­lichkeit und gegenseitige Vermitteltheit beider Pole betont ... Das In-sich- Stehen und das Auf-andere-hin-Sein bedingen sich gegenseitig ... Nichts kann hier aufeinander reduziert werden: Das Ich wird Subjekt in der so­zialen Welt, die soziale Welt wird im Miteinander und Füreinander der einzelnen Subjekte".14 2.3.2 Die Aporien der Verwirklichung menschlicher Gemeinschaft und deren Postulat Greshake rechnet auch damit, dass die vollkommene, gegensei­tige Vermittlung der „personalen" und der „sozialen" Polen, die vollkommene Kommunikation und Communio im Rahmen des ge­schaffenen Seins und der Geschichte, in den menschlichen Gesell­schaften und Gemeischaften nicht möglich ist. Die phänomenologi­sche Anthropologie macht diesbezüglich auf zwei Phänomene auf­merksam. Einerseits, jede Bestrebung, Sozialgebilde zu schaffen und aufrechtzuerhalten, muss sich mit der Frage konfrontieren, wie mit der Freiheit dessen umzugehen ist, der sich der Sozialisierung verweigert oder den Sozialisierungsprozess stört. Entweder wird die persönliche Freiheit respektiert, dann kommt kein umfassendes Sozialgefüge zustande und das Bestehende zerfällt; oder sie wird nicht respektiert, dann wird das Zusammenleben zum Zwangsge­bilde. Das Zustandekommen und Bewahren der menschlichen Ge­meinschaft erweist sich als von solchen Bedingungen abhängig, über denen der Mensch nicht verfügt, die er sich aber als minde­stens ansatzhaft gegeben voraussetzt. Die gelingende Communio der Menschen ist das Ziel eines unausrottbaren Drangs in uns, de­ren Unmöglichkeit wir bewusst sind, und doch streben wir in der Tat nach ihm. Wir stossen an eine ähnliche Aporie im Zusammenhang mit der Liebe. Niemand ist der unbedingten Liebe fähig, nach der wir in der Tiefe unseres Seins unentbehrlich streben. Wir sehnen uns nach einem unerschütterlichen Ja auf unser Sein, das unter allen Bedin­gungen, sogar angesichts von Schuld und Tod nicht zurükgezogen, 14 GRESHAKE, G., Der dreieine Gott, 480.

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