Folia Theologica 11. (2000)

Ferenc Beran: Grundentscheidung und Todsünde

98 F. BERAN Nach dieser Auffassung, muss man bei der Beurteilung des Ausmas- ses der Sünde vor allem nicht die Matherie der Tat sondern die Wand­lung dieser Grundentscheidung beachten. Wenn sich die Grundentschei­dung für Gott nicht verändert, können wir über keine Todsünde spechen. Mit anderen Worten hängen die Werte der Taten in erster Linie, nicht von den äusseren Handlungen sondern von den inneren Entscheidungen ab.16 Diese Meinung hat eine positive Anschauung zur Beziehung zwi­schen den Gott und den Menchen, jedoch berücksichtigt nicht dass, die richtige Grundentscheidung auch durch richtige äussere Handlungen aus­gedrückt werden muss. Ohne diese guten äusseren Handlungen kön­nen wir über keine richtige Grundentscheidung sprechen. 3. Grundentscheidung und Busssakrament Wie am Anfang unseres Referates schon gesagt wurde, kann man über eine kritische Situation bezüglich der Busspraxis sprechen.17 Ein erheblicher Teil der Gläubigen betrachtet die Beichte als nicht obligato­risch, und geht zur Kommunion, ohne zu beichten. Papst Pius XII. mein­te, der Grund dieses Phänomens sei dass „der Mensch sein Schuldbe­wusstsein verloren hat”.18 Der Mensch fülht nicht, dass er durch seine Sünde die Liebe Gottes zurückweist. Deshalb betont die Lehre der Kir­che so stark, dass die Sünde immer eine Abwendung vom Gott ist. In diesem Licht bedeutet das Busssakrament eine Zuwendung zum Gott und eine persönliche Versöhnung mit Ihm. Das Wesen der Busse ist nicht nur eine iuristische Handlung, sondern eine persöhnliche Begegnung mit dem Gott, in der die Liebe Gottes den Menschen von seiner Sünde be­freit und ihm die Freude der Befreiung gibt. Bussakrament hat eine hei­lende Funktion.19 Der Begriff der Grundentscheidung zeigt diese persöhnliche Begeg­nung mit Gott sehr gut, die sich im Busssakrament realisiert. Der Mensch erkennt und bekennt seine Sünde im Spiegel der Liebe Got­tes, und dadurch bekommt er die heilende Gnade. Diese Grundentschei­dung für Gott ist dann sehr wichtig, venn man seinen Glauben oder die 16 AMBROSIUS KARL RUF, Grundkurs Moral theologia II. Gewissen und Entscheidung, Herder, 1977. S. 122. 17 Vgl. JOHANNES PAUL II, Über Versöhnung und Busse 28. 18 PIUS XII. Radiobotschaft an der Nationalen Katechetischen Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika in Boston (26. Oktober 1946) 19 JOHANNES PAULUS II,Über Versöhnung und Busse 31.

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