Folia Theologica 6. (1995)

Ádám Somorjai O.S.B.: Geburtenbeschränkung in Bauernfamilien

GEBURTENBESCHRÄNKUNG 213 Eine Übervölkerung soll mit erhöhter Produktion erwidert werden. Sie ist Ergebnis einer veränderten Mentalität, die durch Schulung erreicht wer­den kann. Dafür braucht man lieber Entwicklungshelfer, die aus hochin- dustrielisierten Ländern kommen, und sie werden erst kommen können, wenn sie in genügender Zahl vorhanden sind. Es werden also mehr Ge­burten in hochindustrialisierten Ländern dazu beitragen können, in Zu­kunft weniger Geburten in unterentwickelten Ländern zu haben. 8. These: Schöpfungstheologisches Der Mensch ist als Mitschöpfer zur Gärtneraufgabe eingeladen, aber nicht zum Schöpfer des eigenen Lebens berufen. Eine “soziale Indikation” ist christlich unbegründet, die materiellen Gü­ter sind im Dienste des Lebens und nicht umgekehrt. Eine Gesellschaft, die sich gegen das Leben wendet, geht materiell zugrunde. Wenn Grundwerte wie Sein und Haben neulich zusamenzustößen scheL nen, soll sich der Moraltheologe an der Schöpfungsordnung halten. Das Sein ist immer ein Allererster Wert, ihm folgen andere Werte wie Haben. Die Aufgabe des Christen ist Zeuge zu sein, daß Sein — als Folge unse­rer schöpferischen Liebe, als Folge unserer Mitschöpfung — immer rati­onal ist. Das ist aber nicht mehr möglich ohne Hoffnung. Die Schöp­fungsordnung ist auf Hoffnung ausgerichtet, und ist bereit, eine Erfül­lung zu erwarten und aufzunehmen. Die Schöpfung ist also in der totalen Hoffnung rational, die in der Erlösung zur Erfüllung wird. 9. These: Pastoraltheologisches Die Aufgabe des Christen ist: Zeuge der Hoffnung zu sein. Diese Hoff­nung soll er im Alltag verwirklichen. Falls Werte wir Sein und Haben unumgänglich in Widerstreit geraten, soll er dazu helfen, das Sein wäh­len zu können. Wenn soziale Indikationen unumgänglich werden, dann ist die soziale Ordnung nicht mehr gerecht. Darin sollen in der christlichen Gruppe Mit­tel und Wege gesucht und gefunden werden, um Sozialhilfen auf charita- tiver Ebene leisten zu können. Meistens ist es nicht finanziell gemeint, es

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