Folia Theologica 3. (1992)
Margit Beke: Die Erzbischöfe von Esztergom und die Befreiungskämpfe gegen die Türken
DIE ERZBISCHÖFE VON ESZTERGOM 157 Schutze der Obhut Solimans an”.6 Diesen Zeitpunkt datiert man für das Jahr 1529. Sein Ziel war Esztergom und Buda vor der Belagerung zu schützen, aber dies hing nicht zusammen mit dem Fall Esztergoms durch die türkische Hand im Jahre 1543. Frater Georg Martinuzzi besass das Erzbistum Esztergom ( 1551 ) ein paar Monate lang und er wurde deswegen ermordet, weil man seine politischen Schachzüge für unauskennbar hielt, wodurch er sich letztendlich gegen die Türken wenden wollte. Wir wissen vom ausserordentlichen Botschaftsgang des Antal Verancsics (1569- 1573) bei Soliman, der auch zweimal wegen Friedenssachen in Konstantinopel verweilte und sogar fünf Jahre lang als Gefangener bei ihnen war.7 Johannes Kutassy wurde zum polnischen König gesandt in Sache der Hilfe gegen die Türken, wobei er außer Worten nichts anderes brachte.8 Er verhandelte aber auch mit den Türken im Interesse des Friedens.9 Wilhelm Fraknói hat in seinen Forschungen über Petrus Pázmány auch erhellt, dass Markgraf Castel-Rodrigo, der Botschafter des spanischen Königs, Philip IV., Pázmány abgedankt hätte von seinem Erzbischöflichen Sitz in Esztergom und gerne in Rom gesehen, als ständigen Botschafter.10 * Pázmány neigte dazu für jährlich 24.000 Gulden, die Wien und Madrid — gleich- mässig auf sich genommen hätten.11 Die römische Gesandschaft von 1632 hatte als Ziel der Gewinnung Papst Urbans VI., daß er die katholischen Franzosen vom schwedisch - protestantischen Bündnis wegziehe und sie an die Seite des österreichischen Kaisers Ferdinand II. stelle. Ferneres Ziel war der Entwurf eines türkenfeindlichen Bündnisses. Aber der Papst unterstüzte dies nicht, da er darin das Streben der Habsburger nach Weltregierung sah. Bedeutend sind die Botschaftsgänge des Georg Szelepcsé- nyi (1666-1685). „Öfters weilte er als Botschafter, zweimal beim Vezir von Buda, dreimal bei der Türkischen Pforte (Porta), zwei Wege zum siebenbürgischen Fürsten, dazwischen auch nach Polen, für das Heil der 6 SCHMITTH, Nicolaus, Archiepiscopi Strigonienses, Tyrnaviae, 1758, II. 47. „se cum ter centrum equitibus, totidemque peditibus Solymani fidei commisit". 7 SCHMITTH II. 77. 8 SCHMITTH II. 93. 9 SCHMITTH II. 94. 10 FRAKNÓI Vilmos, Magyarország egyházi és politikai összeköttetései a római szentszékkel. I-III. Bp. 1903. III. 323., HÓMAN Bálint-SZEKFÜ Gyula, Magyar történd, I-X. Bp. o. Jh. V. 285. FRAKNÓI 1903. Ili. 306,323. 11