Folia Theologica et Canonica 7. 29/21 (2018)

Sacra theologia

60 GÉZA KUMINETZ (wir sollen jetzt darunter vor allem die Persönlichkeit von ihm verstehen), als für seine Offenbarung, die von seiner Kirche vermittelt wird,2 obwohl die beiden voneinander nicht getrennt werden können. Wer die Evangelien objek­tiv liest, wird sich bewusst, dass es unmöglich gewesen ist, die Gestalt von Christus zu erfinden, er musste wahrhaftig sein. Und zwar auch deswegen, weil Christus seine Jünger gelehrt hat, die Tatsachen und die Wahrheit bedingungs­los zu verehren.3 Die Persönlichkeit von Christus inspiriert also auch noch heute die Men­schen. Er wird auch heute geliebt oder gehasst. Wer seine Persönlichkeit in­spiriert, der wird entweder sein Nachfolger sein oder lehnt ihn ab. Dessen Do­kumente sind die Schriften Warum ich Christ bin, Warum ich kein Christ bin. Mein Christus und ähnliche Schriften, Zeugnisse, die äusserst überlegten, wir könnten sagen, mit einer wissenschaftlicher Gründlichkeit geschriebenen Be­­kentnisse sind. Diese Gattung, also die Fertigung des objektivsten oder persön­lichsten Gesichts oder der Ikone von Christus ist gerade sozusagen eine not­wendige Folge der Anziehung oder Abstossung von Christus. Diese Gattung wird die Menschen bis ins Ende der Welt, bis zum zweiten Kommen Christi inspirieren.4 Die priesterliche Persönlichkeit muss (müsste) auch besonders durch so ein elementares Interesse geführt werden. Denn das ist ja das priester­liche Leben: das Kennenlernen von Christus, das heisst das Studieren der Dog­men der Kirche, die Nachfolge Christi, dass heisst die immer richtigere Nach­folge des Buchstabens und des Geistes der Gebote und das Vereinen mit Christus, das heisst die Einbeziehung vieler ins Geheimnis von Christus durch die vergeistigte Ausführung der Liturgie. 2 Vgl. Gnilka, J., A Názáreti Jézus. Üzenet és történelem [Jesus von Nazaret. Botschaft und Ge­schichte], Budapest 2001.5. 3 Vgl. Schütz, A., Krisztus [Christus], Budapest 1944. 112, 123. 4 Wir kennen diese Gattung, jeder schafft seinen eigenen Christus aufgrund seines Charakters und Wissenschaftsgebietes, sowie seines spezifischen Interesses. Ohne den Anspruch auf die Voll­ständigkeit zählen wir einige - nach unserer Beurteilung - zu dieser Gattung gehörende Werke auf: Adam, K., Christus unser Bruder (Seele - Bücherei Band 6), Regensburg 1936. Bei.on. G.. Jézus lelkülete [Die Gesinnung von Jesus], Budapest 2005. Crossan, J. D. - Reed, J. L.. Jézus nyomában. A kövek alatt, a szövegek mögött. Jézus és világa megértésének kulcsfontosságú fel­fedezései [Excavating Jesus. Beneath the Stones, behind the Texts], Gold Book 2001. Guardini. R., Az Úr Krisztus. Elmélkedések Jézus Krisztus személyéről és életéről [Betrachtungen Uber die Person und das Leben Jesu Christi], Budapest 2006. Hesemann, M., A názáreti Jézus. Régészek a Megváltó nyomában [Jesus von Nazareth: Archäologen auf den Spuren des Erlösers], Buda­pest 2010. Horváth, S., Krisztus királysága [Das Königtum von Christus], Budapest 1927. Ijjas, A., Jézus története [Die Geschichte von Jesus], I-II. Budapest 1978. Móricé, H., Jézus lel­ke. Tanulmány Krisztus jelleméről, Budapest 1932. Ratzinger, J., A názáreti Jézus [Jesus von Nazareth], I-III. Budapest 2007-2013. Schütz, A., Krisztus [Christus], Budapest 1944. Tower. V., Kicsoda Krisztus [Wer ist Christus], I-II. Budapest 1943. Natürlich auch Nicht-Christen oder die das Christentum Verlassenen können ähnlicherweise Persönliches über die Figur von Christus schreiben: Russel, B., Miért nem vagyok keresztény [Warum ich kein Christ bin]; Ver­mes, G., A zsidó Jézus vallása, Budapest 1999. Vermes, G., Jézus változó arcai, Budapest 2001.

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