Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 21. (Budapest, 1988)

c) Revier Pitvaros. Das Jagdgebiet Pitvaros ist das grösste der drei und befindet sich im Südosten Ungarns an der Grenze zu Rumänien (s. Abb. 1), die jährliche Niederschlagsmenge = 517 mm. Es liegt in 80-90 m Seehöhe und hat eine Ausdehnung von ca. 24 000 ha. Pitvaros ist ein reines Feldrevier, nur 1% des Gebietes ist von Wald bedeckt, der sich überwiegend aus Stieleichen (Quercus robur), Pappeln (Populus spp. cultum), Pannonischen Eschen (Fraxi­nus angustifolia ssp. pannortica) und Ulmen (Ulmus spp.) zusammensetzt, daneben finden sich auch kleine Waldstreifen mit Robinien (Robinia pseudo-acacia) und Pappeln (Populus spp. cul­tum. Der Ackerbau auf dem fruchtbaren, von einer tiefen Humusschicht überzogenen Schwar­zerdeboden ist hier von grosser Bedeutung. Auf den grossflächigen Feldern werden haupt­sächlich Getreide und Gemüse angebaut. Der gesamte Rehbestand wird auf 800-1000 Tiere (847 im Frühjahr 1986) geschätzt, das ergibt eine Wilddichte von 3-4 Tieren pro 100ha. Rothirsche kommen in diesem Gebiet nicht vor. Aus Pitvaros stammen 31 der untersuchten Rehe, 13c5(3und 18 O/Q im Alter von zwei bis achtzehn Monaten. UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE 1. Befallsextensität Die Befallshäufigkeit mit Endo- und Ektoparasiten in Abhängigkeit vom Lebensalter und den verschiedenen Revieren wird in den Tabellen 1-4 dargestellt. a) Befallsextensität mit Labmagen-Trichostrongyliden Insgesamt wiesen 95, 5% der untersuchten Rehe einen Befall mit Trichostrongyliden auf, wo­bei in Árpádhalom und Babat die Befallsextensität 100% und in Pitvaros 89,7% betrug. Am häufigsten war Ostertagia leptospicularis mit durchschnittlich 81,9% anzutreffen, gefolgt von Spiculopteragia böhmi mit 77, 3 % und Skrjabinagia kolchida mit 74, 2 %. Rinadia mathe­ vossiani lag mit 28, 8% noch deutlich vor dem häufigsten Vertreter der Gattung Trichostron­ gylus, T. capricola (16, 7 %). Bei Kitzen mit zwei Monaten war die geringste und bei sieben bis vierzehn Monaten alten Tie­ren die höchste Befallsextensität nachzuweisen (s. Tab. 2). O. leptospicularis , S. böhmi und S. kolchida waren bei Tieren aller untersuchten Altersstufen zu finden. Vertreter der Gat­tung Trichostrongylus konnten erst ab einem Alter von vier Monaten diagnostiziert werden. Die Befallsextensität in den einzelnen Revieren war recht unterschiedlich. So war diese in den Revieren Babat und Árpádhalom nahezu gleich hoch. Pitvaros zeigte hingegen die durch­schnittlich geringste Befallsfrequenz (s. Tab. 1). b) Befallsextensität mit Dünn- und Dickdarmnematoden Die Befallsextensität betrug 65,4%. Bei sechs Tieren waren sowohl im Dünn- als auch im Dickdarm Nematoden nachzuweisen, bei sieben nur im Dünndarm und bei vier Tieren nur im Dickdarm. Im Dünndarm war am häufigsten Trichostrongylus colubriformis (19,2%) zu fin­den, T. capricola, Nematodirus europaeus sind an zweiter Stelle zu nennen. Die in bezug auf das Lebensalter für den Labmagen festgestellte Parasitenfreiheit der zwei Monate alten Kitze mit Vertretern der Gattung Trichostrongylus gilt nicht für den Dünndarm. Im Dickdarm waren am häufigsten Trichuris capreoli und Chabertia ovina vertreten. Auf ei­nen Befall mit C. ovina wurde zum Teil schon am Erlegungsort untersucht, daher ist dies­bezüglich die Anzahl der Proben grösser (s. Tab. 3). C. ovina war mit Abstand am häufig­sten bei Rehen aus Babat anzutreffen. Die Tiere des Revieres Árpádhalom wiesen eine höhe­re Befallsfrequenz mit Darm-Nematoden (ausgenommen C. ovina) auf, als jene aus Pitvaros. c) Befallsextensität mit den am Erlegungsort festgestellten Parasiten Bei den an Ort und Stelle vorgenommenen Untersuchungen konnte Ixodes ricinus am öftesten nachgewiesen werden, gefolgt von Sarcocystis spp. und Varestrongylus capreoli. Gesamt war die durchschnittliche Befallshäufigkeit im Revier Babat höher als in den beiden anderen Re­vieren, wobei im Revier Pitvaros die geringste Befallsextensität vorlag (s. Tab. 4).

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