Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 20. (Budapest, 1987)

tersuchungen ihre Bestätigung. So konnten in 13 von 14 Fällen keine Männchen festgestellt werden. Eine Ursache für dieses Phänomen konnte nicht gefunden werden. Bei Vergleich der Spikula- und Gubernakulalängen der gefundenen Trichostrongyliden mit den Angaben anderer Autoren, waren meist keine auffallenden Grössenunterschiede festzustellen. Die Gubernakulumlänge von Ostertagia leptospicularis wird von ASADOV (1953), ERHARDO­VÁ und KOTRLY (1955), JANSEN (19 58) und CANKOVIC et al. (1962) wesentlich kürzer ange­geben, was auf den Umstand zurückzuführen sein dürfte, dass diese Autoren den caudalen, schwächer chitinisierten Anteil des Gubernakulums nicht beachtet bzw. nicht gemessen haben. Auf diesen Umstand wurde auch bereits von KNAUS (1967) und KUTZER und HINAIDY (1969) hingewiesen. Auffallend kurz waren die Spikulalängen bei einem ausgewachsenen Skrjabinagia kolchida- Männchen mit 115,4 jum. Sehr wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Abnor­mität, da die Spikulalängen aller übrigen 143 gemessenen Exemplare im bisher gefundenen Schwankungsbereich lagen. Bei Spiculopteragia böhmi sind die grossen Längenschwankungen innerhalb der einzelnen Spikulapaare bis zu 80 jam und darüber hervorzuheben. Bisher wur­den nur Schwankungen bis 30 um beobachtet (ERHARDOVÁ und KOTRLY, 1955; JANSEN, 1958; KNAUS, 1967). Von den drei häufigsten Trichostrongylidenarten des Rehes Ostertagia leptospicularis, Spicu­ lopteragia böhmi und Skrjabinagia kolchida wurde die Grösse der Spikula und Gubernakula der Parasiten mit dem Lebensalter der Tiere verglichen (s. Tab. 1-3). Dabei stellte sich heraus, dass bei Rehen mit einem Alter von zwei Monaten alle drei Parasitenarten die im Durchschnitt längsten Spikula und Gubernakula aufwiesen, während die Durchschnittswerte bei sechzehn Monate alten Tieren deutlich geringer waren. Die Länge der Spikula und Guber­nakula der Trichostrongyliden nahm mit dem Alter der Tiere kontinuierlich ab, nur bei Os­ tertagia leptospicularis und Spiculopteragia böhmi wurde dieser Trend im Alter von vier­zehn Monaten kurz unterbrochen. Hier war ein Anstieg gegenüber der Gruppe der zwölf Mo­nate alten Tiere zu vermerken; die allgemeine Tendenz der negativen Korrelation von Para­sitengrösse zu Lebensalter der Wirte blieb jedoch aufrecht. Das Phänomen, dass in Kitzen die Trichostrongylidenmännchen längere Spikula und Gubernakula aufweisen, steht möglicher­weise mit immunologischen Aspekten im Zusammenhang, aber auch die geringe Befallsstär­ke könnte diesbezüglich eine Rolle spielen. ZUSAMMENFASSUNG Bei der untersuchten Parasitenfauna ungarischer Rehkitze und Jungrehe ( Capreolus c. capreo^ lus) wurde auch festgehalten, ob sich das Alter der Rehe auf bestimmte morphologische Merk­male (Spikula, Gubernakula) von Trichostrongyliden auswirkt. Für diese Untersuchungen standen 70 zwei bis vierundzwanzig Monate alte Rehe, die in drei verschiedenen ungarischen Revieren (Babát, Árpádhalom, Pitvaros) zwischen 1981 und 1984 erlegt wurden, zur Verfü­gung. Kot- und Blutuntersuchungen wurden in dieser Studie nicht durchgeführt. Insgesamt konnten 24 Endo- und 3-Ektoparasitenarten nachgewiesen werden. Die Längen der Spikula und Gubernakula von 211, 144 bzw. 144 Männchen der drei ausgewerteten Trichostrongylidenar­ten Ostertagia leptospicularis, Skrjabinagia kolchida und Spiculopteragia böhmi stehen in Ab­hängigkeit zum Alter des Wirttieres, und zwar nehmen die Längen der Spikula und Guberna­kula mit steigendem Alter des Wirttieres ab.

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