Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 13. (Budapest, 1980)

Zwischen dem Mausern und der Anwesenheit von Federungen sowie der Farbe der Federlinge und des Wirtstieres (Kopf, Hals) fanden wir folgenden Zusammenhang: Am Kopf von Lachmöwen, deren Kopffarbe schon braun geworden war, also nach Mitte April, waren nur bräunlich gefärbte Larven zu finden. Demgegenüber haben wir auf den weissen Federn desselben Körperteiles des Wirtstieres vor der Umfärbung nur weisse, bzw. farblose Federlinge gefunden. Anfang April, als die Umfärbung des Kopfes begonnen hatte, mussten die weissen, bzw. farblosen Federlinge dieses Gebiet verlassen haben. An Lachmöwen, die im Herbst eingefangen wurden, konnten nur einige Federlinge abgelesen werden. Die Frage über das Schicksal der Federlinge während des Wintermauserns bleibt also weiterhin offen. Kaum einige Federlinge konnten im Wintergefieder der Weissflügelseeschwalbe an­getroffen werden. Die einjährigen, sich im Mausern befindlichen Exemplare der Arten Chli­donias niger und Ch. hybrida lassen sich nur schwer unterscheiden. Ebenfalls problematisch scheint die Bestimmung der Artzugehörigkeit der Raubmöwen zu diesen Zeiten zu sein. Da die beiden Raubmöwen-Arten Stercorarius pomarinus und St. parasiticus durch unterschied­liche Parasiten befallen sind, kann die Bestimmung der Federlinge auch eine Entscheidung über die Artzugehörigkeit der Wirtsvögel ermöglichen. Von Elstern und Nebelkrahen, die sich am Köpf und Hals im Mausern befanden, konnten keine Federlinge abgelesen werden. Untersucht wurden auch einige Vögel, deren Gefieder von Öl verschmutzt war. Bauch- und Kehlengegend von zwei Lachmöwen und einem Sterntaucher, deren Gefieder durch ungef. 40% Mineralöl verschmutzt war, erwiesen sich als vollkommen frei von Federungen. Die Ansiedlung der Federlinge erwies sich in-den verschiedenen Körperteilen sehr oft als recht unterschiedlich. Es konnte festgestellt werden, dass nicht nur die verschiedenen Arten angehörenden Federlinge, sondern auch die Larven und ausgewachsenen Exemplare derselben Art sich voneinander getrennt an den Wirtstieren ansiedeln. Auf einem Phalacro­corax pygmaeus Exemplar waren die adulten Federlinge an der Schnabelbasis und auf der Stirn angesiedelt, während die Larven in der Nackengegend und auf dem oberen Drittel des Halses ihren Platz eingenommen hatten. Die ausgewachsenen Federlinge bewegten sich, die Larven dagegen Waren bewegungslos. Auf einem Charadrius alexandrinus Wirtsvogel hielten sich die der Art Actornithophilus ochraceus angehörigen Federlinge auf der lichtabgewandten Seite der Hand- und Armschwingen. Die Federlinge der Art Saemundssonia lari waren im Gefieder der Silbermöwen - unabhängig von ihrem Entwicklungszustand - nur auf dem Kopf aufzufinden, während an den unten aufgezählten Wirtsvögeln die Larven und Adulten dersel­ben Federung-Art gesonderte Ansiedlungsorte eingenommen hatten: Sterna hirundo, Corvus cornix, Sturnus vulgaris, Passer montanus. Auch in vertikaler Richtung bevorzugen die Fe­derlinge verschiedene Schichten. Die Federlinge von Aquila pomarina, Chlidonias niger und Merops apiaster bohren sich tief in die Haut ein oder hielten sich knapp über ihr auf. An be­fallenen Nebelkrähen konnte beobachtet werden, dass die Eier der Federlinge in der oberen Schicht, und zwar auf den Augenliedern aufzufinden waren, die Imagines in mittleren Ab­schnitt der einzelnen Feder ihren Platz einnehmen; am tiefsten, d. h. auf der Oberfläche der Haut, leben die Larven. Bei Pelecanus onocrotalus bilden die sich an die innere Rachen- und Kehlenwand anhaftenden Federlinge knospenartige Gebilde. Diese Gebilde werden von abge­nagten Hautpartikelchen und Verletzungen der Oberhaut umgeben (Abb. 1). Vögel, die fast ununterbrochen in der Luft kreisen, scheinen in grösserem Masse durch Federlinge befallen zu sein, als weniger fluglustige. Die auffallend hohe Zahl der Fe­derlinge auf einer geschossenen Schmarotzerraubmöwe lässt sich vielleicht damit erklären, dass der sich ständig in der Luft aufhaltende Vogel überhaupt keine Möglichkeit dazu hatte, sich von seinen lästigen Schmarotzern zu befreien. Ebenfalls mit der fliegenden Lebensweise der Wirtstiere möchten wir das lebhafte Herumkriechen der Federlinge in der Ohrgegend der erlegten Vögel in Zusammenhang bringen. Abb. 1: Federlinge an dem Rachen und Kehlenwand bei Pelecanus onocrotalus juv. (Buhaiova, 14/08/1978.) Abb. 2: Federlinge (Saemundssonia laticaudata) im Mundwinkel von Hydrop rogne caspia juv. (Letea, 13/09/1978.) (Photo: J. B. Kiss)

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