Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 12. (Budapest, 1979)
In den Nordteilen Jugoslawiens - in Vojvodina - verminderten sich die Prozentsätze von 0 ? 2 in 1954 auf 0,03% in 1974. Die in diesem Gebiet von anderen Autoren durchgeführten Untersuchungen (D. VELISAVLJEV untersuchte 11 655, P. MIKIC und Mitarb. - 916 Kinder) wiesen nur auf die Infestation mit Nematoden hin. Sie .fanden keine Taeniaträger. In Serbien konnte eine Taeniasis unter den Schulkindern mit einer Häufigkeit von 0,01 bis 2,3% gefunden werden. In den Jahren 1971-1974 schwankten die Prozentsätze noch von 0 bis 1,2% . Die in den letzten zwei Jahren gewonnenen Resultate weisen auf eine weitere Herabsetzung der Taeniasis bei Kindern hin. Lj. PETROVIC fand keinen Taeniaträger unter den 1300 untersuchten Kindern, die wegen gastrointestipaler Beschwerden hospitalisiert werden, mussten. Mit meinen Mitarbeitern (M. RADOVIC, V. CONltí) fanden wir - unter mehr , als 2000 untersuchten Kindern - keinen Fall von Taeniasis. In der autonomen Provinz Kosovo schwankten die Prozentsätze der Taeniaträger in 1956 zwischen 8 und 15%. In 1969 verminderten sich die Prozentsätze auf 2, 1-7,6% und in 1976 auf 0,1-3,2%. In Mazedonien sind nach Angaben von J. KECKAROSKA, auch in den letzten 20 Jahren, die registrierten Falle von Taeniasis bei Menschen stark gesunken. In Montenegro sind die Prozentsätze der Taeniasis-FäUe ebenfalls von 2-6% in 1958 auf 1-3 % in 1973 herabgesunken. Nur in einem schmalen Gürtel an der albanischen Grenze (Plav und Gusinje) haben wir Taeniasis mit grosser Häufigkeit festgestellt: 48 bis 51% der untersuchten Kinder haben sich als Taeniaträger erwiesen. In Bosnien wurden 1954 die Prozentsätze der Taeniaträger zwischen 1, 3 und 6, 3 % festgestellt. S. DELIC und J. RUKAVINA haben aber mitgeteilt, dass in manchen Ortschaften Ostbosniens die Befunde der Taeniasis bis zu 40% stiegen. A. DARVAS fand einen Durchschnittwert von 1,2% für die mit T. saginata infizierten Kinder. F. AGANOVIC stellte aber 1974-1976 noch niedrigere Prozentsätze der Taeniasis-Fälle bei Schulkindern (0,5%) fest. Zystizerkose der Rinder Was die Zystizerkose der Rinder anbetrifft, sind die Prozentsätze der positiven Befunde in den früher stark infizierten Gegenden in grossem Masse gesunken. Dies sind die südlichen Teile des Landes, das bergige Gelände in Südserbien, in Kosovo, in Montenegro und in Bosnien. Vor 15 bis 20 Jahren betrug in den Nordteilen von Montenegro der durch Zystizerkose befallenen Rinder noch 24,64% (Pljevlja) bis 40% (Bijelo Polje). In den letzten Jahren sind aber diese Prozentsätze auf 0, 22-3, 5 % zurückgegangen. Ahnliche Angeben liegen auch aus Bosnien vor, wo die Zystizerkose früher ebenso stark verbreitet war. Dienstliche Berichte der Schlachthöfe zeigen einen starken Rückgang der Zystizerkose an. Echinoeoecose und Hydatidose Die zweite wichtige Zoonose, ebenfalls durch Cestoden verursacht, ist die Echinoeoecose und die Hydatidose. Wie es schon seit langem bekannt sei, ist die Echinoeoecose in den südeuropäischen Ländern, bzw. im Mittelmeerraum überaU verbreitet und stellt deswegen ein wichtiges volksgesundheitliches und besonders wirtschaftlich bedeutendes Problem in all diesen Landern dar. Deswegen gebührt der Echinoeoecose und Hydatidose eine überaus grosse Aufmerksamkeit. Was unser Land anbetrifft, haben wir in allen Teilen Jugoslawiens die Art Echinococcus granulosus aufgefunden. In Bosnien und in Slowenien wurde auch eine zweite Art - E. multilocularis - nachgewiesen. Diese letztgenannte Art verursachte aber nur vereinzelte Erkrankungen. Schon in den Vorkriegsjahren hat C. SIMJKÍ in Mazedonien eine Echinoeoecose bei 25-40% der untersuchten Hunde festgestellt. In Serbien schwankten damals die Prozentsätze der befallenen Wirtstiere zwischen 8 und 15% . In den Nachkriegsjahren wurden ähnliche Werte festgestellt (B. VUJIC, A. DRAG IN CIC, J. SIMONOVTC). Was nun die Hydatidose anbelangt, sind die Prozentsätze besonders bei Schafen und bei Rindern in den südlichen Teilen Jugoslawiens noch immer bedeutend höher. Auf den Schlachthöfen wurde die Hydatidose bei Schafen mit einer Häufigkeit von 40 bis 80% gefunden (J. RUKAVINA, M. CANKOVIC). Bei Rindern schwankten diese Werte von 10 bis 40% . In Vojvodina wurde früher die Hydatidose auch bei Schweinen, die freigehalten werden, bis zu 30% festgestellt. Heute, wo die intensive Zucht bis in die Bauernhöfe eingedrungen ist, sind