Dr. Kassai Tibor - Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 8. (Budapest, 1975)

Koprologische Untersuchungen sind für den Nachweis einer Infektion mit T, crassicau­da ungeeignet, weil der Wurm in der Harnblase lebt, und die Eier mit dem Harn aus­geschieden werden. An Hand einer mikroskopischen Harnuntersuchung lässt sich die In­fektion wohl nachweisen, diese Methode hat aber wegen der Schwierigkeit des Sammeins von Harnproben keine praktische Bedeutung. Die Tiere wurden getötet. Nach dem Öffnen der Bauchhöhle wurde die Harnblase in eine mit isotonischer Kochsalzlösung gefüllte Pet­rischale gelegt, geöffnet, und umgestülpt. Nach dem Zählen der Würmer wurden diese mit einer Seziernadel herausgenommen, und in eine Fixierlösung eingelegt. Diese Unter­suchungen erstreckten sich in mehreren Fällen auch auf Nieren und Harnleiter. Für den Nachweis von sonstigen Wurmarten wurden Kotproben entnommen, und nach dem An­reicherungsverfahren mit konzentrierter Kochsalzlösung behandelt (4). Ergebnisse Es wurden insgesamt 223 Laboratoriumsratten untersucht; in der Harnblase von 92 Tieren (= 41,6%) konnte T. crassicauda nachgewiesen werden. Während der Untersuchung der Nieren und der Harnleiter wurde in einem einzigen Fall die Infektion des Harnlei­ters festgestellt. Die Infektion der Harnblase war in den meisten Fällen leicht (durch­schnittlich 3 weibliche Würmer, die Zahl an männlichen Würmern war im allgemeinen etwas höher). Die Verbreitung der Trichosomoidose betreffend erbrachten unsere Untersuchungen fol­gendes Ergebnis: 4 von den untersuchten 8 Tierbeständen erwiesen sich als infiziert (In­stitut für Anatomie der Medizinischen Universität, Szeged; Institut für Ernährungswis­senschaft, Budapest; Chemische Fabrik Gedeon Richter AG, Budapest; Institut für Ex­perimentelle Medizin der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest), die Be­stände der übrigen vier Anstalten (Staatliche Laboratoriumstierstammzucht, Gödöllő; Staatliches Institut für Hygiene, Budapest; Staatlicher Blutspende- und Transfusions­dienst, Budapest und Zentrale Versuchstierzucht der Medizinischen Universität, Szeged) waren frei von T. crassicauda . (Hier ist aUerdings darauf zu verweisen, dass von dem Bestand der letztgenannten Anstalten nur wenige Tiere, etwa 6-10 Kadaver pro Zucht un­tersucht worden sind. ) Beschreibung des Wurmes . Die grauweissen, weiblichen Würmer bohren sich mit dem Kopfteil nach vorn in die Harnblasen-Schleimhaut ein (Abb. 1), der Schwanzteil ragt in das Darmlumen hinein (Abb. 2). Der männliche Wurm hat eine Länge von 1, 5 bis 3 mm und eine Breite von 40 ja; Körpermasse des Weibchens: 10-20 mm Länge und 200 p Brei­te, Das Männchen ist im Verhältnis zum Weibchen viel kleiner, sein ständiger Aufent­haltsort ist der Uterus des Weibchens (Abb, 3). Es sind oft mehrere Männchen in einem Weibchen zugegen. Die männlichen Würmer haben weder Spiculum, noch eine spiculare Scheide oder eine Bursa copulatrix. Das Weibchen ist an dem Kopfteil schmaler (etwa 40 n breit) und am Schwanzteil breiter (etwa 200 n breit). Der vordere Teil der 2 mm langen Speiseröhre ist kurz und muskulös, der hintere Teil länger, und von Zellen um­geben, die wie Kettenglieder angeordnet sind. Die Vulva liegt nahe dem Ende der Spei­seröhre. Der Anus öffnet sich bei den Würmern beider Geschlechter am Ende des Kör­pers. Die Eier (Abb. 4) haben dicke Schalen (3 u), und sind tonnenförmig. Messwerte: 60-72-mal 30-44 Farbe: braun. An beiden Polen ist je ein Näpfchen sichtbar. In der Vulva-Gegend des Weibchen befinden sich 10-25 braunfarbene, reife Eier, während der Uterus mehrere Hunderte von farblosen, unreifen Eiern enthält. Die Eier gelangen mit Abb. 1-4: Trichosomoides crassicauda (orig. ) 1= Kopfende des Weibchens 2= Schwanzende des Weibchens 3= Aus dem Uterus des Weibchens ins Freie gebrachtes Männchen 4= Ei von Trichosomoides crassicauda

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