AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1984-1985. Budapest (1992)

II. Az OSZK történetéből és munkájából - Wix Györgyné: Rég elfelejtett gyűjtőkről - Längst vergessene Sammler

LANGST VERGESSENE SAMMLER B. WIX Die ungarische Nationalbibliothek wurde von einem grossen Sammler, den Grafen Ferenc Széchényi gestiftet. Sein Name und ebenso der von Miklós Jankovich und István Horvát, deren Sammlungen den ei­gentlichen Grundbestand der Nalionalbibliothck bilden, werden oft erwähnt. Es gibt jedoch eine ziemlich lange Liste von Bücherlicbhaber die mit ihren Bibliotheken dazu beigetragen haben die Vielfall und den Wert der Bestände der Nalionalbibliothck zu erhöhen, die aber längst vergessen wurden. Ihre Erinnerung wach zu rufen war die Zielsätzung der Verfasserin. Als erster wird die Sammeltätigkeit Erzherzog Josefs, Palatins von Ungarn (1776-1847) besprochen, der nicht für sich selbst, sondern für die Nalionalbibliothck mit grosser Hingabe und nichl minderer Grosszügigkeil Raritäten erwarb. Als zweiter wird die Sammlung des Lajos Farkas (1806-1873) besprochen. Diese Sammlung war ziemlich klein, aber desto wertvoller. Z.B. erwarb die Bibliothek durch diesen Ankauf 14 Codices und mehrere Unikate alter ungarischer Drucke. Im Gegensatz zu Farkas, sammelte der Universitätsprofessor Árpád Horvát (1820-1894) eine grosse Bibliothek mit den besten Büchern seines Zeitalters aus allen Ge­bieten des Wissens. Die im weiteren besprochenen Sammler und Mäzene vcrtrelcn ein oder zwei ausgeprägte Passionen: der Ingenieur Enea Lanfranconi (1850-1895) sammelte Literatur über die Donau und Prachtwerke über italienische Künstler und Kunstdenkmäler, der Maler und Restaurator István Delhacs (1845-1902) Bücher die von namhaften Künstlern illustriert wurden, der Professor Imre Hajnik (1840-1901) Rcchtsgeschichte und rechtsgeschichlliehe Quellenwerke, Baron Ferenc Rcvay (1835-1916) Reisebeschreibungen des 18. und 19. Jahrhunderts, ein anderer steinreicher Grundbcsilzcr, Pál Almásy (1818-1882) Erstausgaben zeitgenös­sichereuropäischer Schriftsteller. Der letzte Name in der Reihe vergessener Sammler, ist ein unvergesslicher Name, der von Lajos Kossulh (1802-1894). Seine beträchtliche Bibliothek zeugt einerseits von der Ehrerbietung die ihm die freiheitlicbende Weltentgcgcnbrachtc,andcrcrscilsvonscincmausgcprägtcn Interesse für die Naturwissen­schaften. Auch seine eigenhändig geschriebene Bibl ioihckslistc ist von kulturhistorischem Wert. Zwar wurden diese Bibliotheken (mit Ausnahme der Kossulh-Sammlung) in die Bestände der Szé­chényi Nalionalbibliothck einverleibt, können wir durch Listen und Invcntareintragungen ein Bild über den Reichtum und Vielfalt dieser Privatbibliotheken formen. Dadurch lernen wir die Sammeltätigkeit heu­tiger Bücherlicbhaber auch zu schätzen, da wir darüber überzeugt werden, daß ein Teil jeder Sammlung nichl nur den materiellen Wert der Bestände erhöht, sondern auch den inhaltlichen Reichtum der Biblio­thekfördert.

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