AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1982-1983. Budapest (1984)

III. Könyvtörténeti és művelődéstörténeti tanulmányok - Csapody Miklós: Program és nemzedék (Fejezet az Erdélyi Fiatalok előtörténetéből 1923-1929) - Programm und Generation. Ein Abschnitt aus der Vorgeschichte der „Erdélyi Fiatalok" (Jugend von Siebenbürgen) 1923—1929

PROGRAMM UND GENERATION EIN ABSCHNITT AUS DER VORGESCHICHTE DER „ERDÉLYI FIATALOK" (JUGEND VON SIEBENBÜRGEN) 1923-1929 M. CSAPODY Mit dem Friedensdiktat von Trianon nach dem ersten Weltkrieg geriet das Ungartum Siebenbürgens, das an Rumänien angeschlossen wurde, in nationale Minder­heit, was in allen Sphären des gesellschaftlichen und Privatlebens eine erlahmende Schockwirkung ausgelöst hatte. Die anfängliche passive Resistenz wurde nur langsam mit der gesellschaftlichen Aktivität und dem herausbildenden Bewusstsein einer realen Minderheitslage abgelöst. Der öffentliche Tätigkeitsanspruch und der neue Patriotis­mus — Heimatslandstreue und Schicksalsübernahme —, sowie die Schicksalsgemein­schaftsidee der verschiedenen siebenbürgischen Völker verkörperte sich in der histori­schen Lehre des Transsiivanismus. Nach der Veränderung hat der grösste Teil des sog. bürgerlichen Mittelstandes Siebenbürgen verlassen, so trug neben den Verlusten im Krieg auch die Repatriierung von fast 200 tausend Menschen dazu bei, dass von der Geschlechtskette des Ungartums 15 Generationen fehlten. Für die zu Hause Gebliebe­nen und für das Lebensgefühl derjenigen, die ihre Universitätsstudien in Rumänien weitergeführt haben, war die herumtastende Ungewissheit und das drückende Krise­bewusstsein charakteristisch. Ihre Weiterentwicklung wurde durch die Diskriminierung gegen die Minderheiten und durch die wirtschaftliche Niederdrücktheit fast unmöglich gemacht. Die kulturelle Körperschaftsarbeit wurde im Rahmen der drei grossen nationalen Kirchen geführt. [Erdélyi Római Katholikus Népszövetség Egyetemi és Főiskolai Szakosztálya — ERKNEFSZ (Universitäts- und Hochschulabteilung des Römisch-katholischen Volksbundes von Siebenbürgen) ; Ifjúsági Keresztyén Egyesület — LKE (Christliche Jugendvereinigung der reformierten Kirche) ; Dávid Ferenc Ifjú­sági Kör — DFEIK (Dávid Ferenc Jugendkreis der Unitarier)]. Diese Konfessions­gruppierungen der Jugend standen auf religiöser Grundlage. Daneben spielte die Székelyek Kolozsvári Társasága — SZKT (Kolozsvárer Gesellschaft der Szekler), deren Jugendkomitee mit der Führung von Jancsó Béla die unmittelbare organisa­torische Vorgeschichte zur Erdélyi Fiatalok bildete, eine bedeutende Rolle. Bis 1930 fehlte die zusammenfassende, die ganze ungarische Jugend Rumäniens organisierende Institution, die mit ihrer organisatorisch-erzieherischen Arbeit nicht nur die prak­tischen Aufgaben der materiellen und organisatorischen Interessenverteidigung vertre­ten kann, sondern mit ihrem realen — den historischen Verhältnissen und den Lebens­interessen der Minderheit entsprechenden — neuen ideologischen Programm auch eine neue Mission für die Jugend zu erschliessen vermag, und dadurch kann sie zur Be­freiung der inneren Kräfte der ganzen ungarischen Nationalitätengesellschaft und zur Herausbildung einer neuen Mentalität beitragen. Diese Aufgabe hat die im Jahre 1929 erscheinende Generation auf sich genommen. Sie schufen ohne äussere Unterstützung im sozialen, volkshumanistischen und bürgerlich-demokratischen oppositionellen Ideenkreis des Volksdienstes ihr Organ, Erdélyi Fiatalok. Das Blatt bedeutete als einzige stabile Generationsinstitution eine Schule zur Vorbereitung der öffentlichen Aufgaben. Der spiritus rector der Bewegung war Béla Jancsó, der auch schon in der Gruppe Tizenegyek (Die Elf) und im Bethlen Gábor Kör (Bethlen Gábor Kreis) zu Szeged eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Jancsó begann mit dem Hauptredak­teur Dezső László und mit Ferenc Balázs, László Debreczeni, Sándor Bíró die Organi­sierung der Jugend mit dem Berufsbewusstsein, das die Aufgabe der heranwachsenden Intelligenz in der gründlichen fachlichen Vorbereitung im Interesse der Grundlagen der ungarischen Gesellschaft, der Bauernschaft und der Arbeiter, sieht. Nach 10jähri­gem Minderheitsdasein, nach der Zeit des ideologischen Kampfes und der organisatori­schen Zersplittertheit der Jugendbewegung hatte die Erdélyi Fiatalok einen Gipfel­punkt der jugendlichen Arbeit erreicht : sie formulierte ihre Konzeption im Gedanken des Generationsselbstbewusstseins. Die Tatsache der Entstehung der Erdélyi Fiatalok, die Kompliziertheit ihrer ideologischen, bewegungsorganisatorischen und persönlichen Verhältnisse lenkt die Aufmerksamkeit eben auf dieses Generationsselbstbewusstsein, 590

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