AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1982-1983. Budapest (1984)

II. Az OSZK történetéből és munkájából - Haraszthy Gyula: Az OSZK fejlesztésének irányai Fitz József főigazgatósága idején - Die Richtlinien zur Entwicklung der Nationalbibliothek Széchényi unter dem Generaldirektor József Fitz (1934-1945)

Szabó Ervin, Dienes László és Kőhalmi Béla mellett Fitz József is olyan nagy egyéniség volt, akinek életműve beépült századunk művelődés­történetébe. Szakmai tudásuk nemcsak az emlékekben, hanem az intéz­ményekben, azok munkájában is tovább él, hat ma is, és öröklődik nem­zedékről nemzedékre. DIE RICHTLINIEN ZUR ENTWICKLUNG DER NATIONALBIBLIOTHEK SZÉCHÉNYI UNTER DEM GENERALDIREKTOR JÓZSEF FITZ (1934-1945) GY. HARASZTHY In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts war dr. phil. József Fitz (1888 — 1964) einer der hervorragendsten ungarischen Bibliothekare, Bibliotheksdirektoren und auch ein international anerkannter Pfleger der Wissenschaftszweige, die sich mit Büchern beschäftigten. Nach seiner Studien an ungarischen und ausländischen Uni­versitäten wurde er Doktor der Philosophie, dann im Jahre 1914 Mitarbeiter der Universitätsbibliothek von Budapest. Hier hat er alle Bereiche der Bibliothekararbeit gründlich kennengelernt, aber als junger Forscher erwarb er mit der Forschung der Wiegendrucke Berühmtheit. Im Jahre 1930 wurde er zum Direktor der Universitäts­bibliothek von Pécs ernannt. In vier Jahren schaffte er sie zu einer modernen Biblio­thek. Seine Erfolge anerkennend wurde er vom Ministerium mit dem Amt des General­direktors der Nationalbibliothek Széchényi bekleidet und dieses Institut leitete er bis 1945, bis Ende des zweiten Weltkrieges. Er hat die Leitung der Bibliothek in einer sehr schweren Lage übernommen: der erste Weltkrieg und die darauffolgende historische und wirtschaftliche Krise riss die Bibliothek, die auch im übrigen schwere Probleme zu bezwingen hatte, beinahe auch in Krise. Generaldirektor Fitz setzte mit seinen weiten Fachkenntnissen, mit grosser Energie, mit seinen menschlichen Veranlagungen die Nationalbibliothek in Gang der Reformen. Es waren keine Bereiche im Institut, wo er keine Neuerungen ein­geführt hätte : — er versuchte den Platzmangel der Bibliothek, wodurch schon die tägliche Arbeit gefährdet wurde, auszugleichen. Schliesslich wurde mit der Erwerbung eines neuen Gebäudes (der dem Museumsgebäude benachbarten Esterházy-Palast) für eine Zeitlang die Frage des Magazinmangels gelöst; — sowohl theoretisch, als auch praktisch wurde das Problem des komplizierten Sammelgebietes — die Sammlung der Patriotikaliteratur in den Mittelpunkt stel­lend — geregelt; — in der auch historisch schweren Lage hat er die internationalen Beziehungen der Bibliothek nicht nur gepflegt, sondern auch weiterentwickelt. Indem es die ma­teriellen Verhältnisse ermöglichten, trug er Sorge auch für die ausländischen Erwer­bungen ; — statt der veralteten Katalogisierung des 19. Jahrhunderts, des sog. Münchener alphabetischen Katalogs mit grossen Katalogzetteln und des Fachrepertoriums wurden die Grundlagen eines ganzen Netzes von modernen Benutzer- und Dienstkataloge nach dem anglo-amerikanischen System mit Zetteln internationalen Formats ab­gelegt. Es wurde das System der Universalen Dezimalklassifikation eingeführt und auf dessen Grundlage der moderne Fachkatalog geschaffen. Die technische Grundlage dieser Reformen — die Vervielfältigung durch das Adremaverfahren — hat auch er mit seiner bedeutendsten Mitarbeiterin, dr. Alisz Goriupp geschaffen. Die Bibliothek baut auch heute mit Hilfe dieser Technologie ihre Kataloge ; — die Schaffung der ungarischen Nationalbibliographie setzte er der Széchényi­Bibliothek zur beruflichen und moralischen Aufgabe, so wurden zwischen 1936 — 139

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