AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1981. Budapest (1983)

III. Könyvtörténeti és művelődéstörténeti tanulmányok - Fallenbüchl Zoltán: Ambrus Zoltán az író és a könyvgyűjtő - Zoltán Ambrus, Schriftsteller und Büchersammler

Seine Haltung war immer : Unabhängigkeit. Sein Roman Solus eris (1902) — Liebe eines Kunstmalers und einer jungen Gräfin das zum Scheiden der Lebenswege führt, ist auch ein Dokument dafür. Ambrus war der erste in der ungarischen Literatur, der die Haltung des Intelligenzlers und besonders des Künstlers literarisch und ethisch anspruchsvoll schilderte. Ambrus war ein Mann von Überzeugung und dadurch schied er aus den literari­schen Cliquen-Kämpfen aus. Seine anerkannte Betätigung als Kritiker führte zu seiner Ernennung zum Direktor des Ungarischen Nationaltheaters 1917: dieses Amt bekleidete er, trotz den politischen Umwälzungen bis 1921. In ständigem Kampf mit den verschiedenen Prätensionen um ein anspruchsvolles Theater, wurde er müde, und zog sich dann, nur eine ständige Kritikerrolle bei der Tageszeitung Pesti Napló behaltend, ins Privatleben zurück. Sein letzter Roman A kém (Der Spion) war ein leidenschaftlicher Protest gegen den Krieg als solchen, im Jahre 1915. Er erhielt die Auszeichnung eines Oberregierungsrates i. J. 1924. Seine Privatbibliothek war ungefähr 8 — 10 000 Bände gross. Neben Lexika und anderen Reference-Werken sammelte er besonders Prosaliteratur, hauptsächlich Ro­mane. Fasst vollständig war die bedeutende zeitgenössische französische Roman­literatur und Kritik ; dann Memoiren, Kulturgeschichte, und Klassiker. Er hatte auch eine Sammlung seiner eigenen, sehr umfangreichen, zerstreut erschienenen Artikeln, ferner von literarisch interessanten Artikeln. Wegen Dokumentation bewahrte er sorgfältig seine Korrespondenz. In dieser Arbeit waren seine Tochter — Mittelschul­lehrerin — und der Schwiegersohn Tivadar Fallenbüchl (1877 — 1949), Mittelschul­direktor, ihm behilflich und nahmen ihm, mit dem eintretenden Alter, alle Laste der Dokumentation von der Schulter ab. So konnte er sich auch im Alter frei mit den literarischen Studien und Schriftstellerbetätigung beschäftigen. 1924 hatte er die Freude noch, Grossvater zu werden, danach lebte er ganz zurückgezogen im Kreise seiner Familie, vom literarischen Leben sich immer mehr entfernend, jedoch bis zum Todestag literarisch arbeitend. Er starb am 28. Feber 1932. Sein Nachlass wurde von der Familie sorgfältig aufbewahrt. Die Bibliothek und Privatgegenstände wurden im Familiensommersitz Gödöllő gut geordnet erhalten, bis zum Dezember 1944, wo die Bibliothek bis zu wenigen Stücken Opfer des Krieges wurde. Die Handschriften gingen zum Teil verloren; die Korrespondenz konnte zum grossen Teil gerettet werden und ist heute noch im Besitz der Familie. Die Tochter Gisella Fallenbüchl geb. Ambrus verfertigte nach ihrer Pensionierung eine Biblio­graphie der väterlichen Werke und schrieb auch eine Monographie seines Lebens, welche einstweilen noch in Handschrift geblieben ist. Ambrus war einer der wenigen Schriftsteller in Ungarn, der nicht nur literarisch schaffend war, sondern auch eine Dokumentation hinterliess, die für die Literatur­geschichte wichtig gewesen war. 35* 547

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