AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1980. Budapest (1982)
III. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Wix Györgyné: Az állományi teljességre törekvés lehetőségei és korlátai. (A patriotika gyűjtés hiányainak retrospektív pótlása) - Möglichkeiten und Grenzen der Vervollständigung von Patriotica-Beständen. (Retrospektive Ergänzung der Lücken in den Altbeständen)
MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER VERVOLLSTÄNDIGUNG VON PATRIOTICA-BESTÄNDEN (Retrospektive Ergänzung der Lücken in den Altbeständen) B. WIX Die Verfasserin versucht in dieser Arbeit die Probleme der aktiven retrospektiven Erwerbung (d. h. der Feststellung der Lücken in den Patriotica-Altbeständen und deren Schliessung durch Originaldokumente oder Kopien) aufzuklären und die aus der Schlussfolgerung hervorgehenden Aufgaben klarzustellen. Erst werden einige statistische Angaben und Schätzungen über den Umfang der gesamten ungarischen Buchproduktion aufgeführt und damit die Grösse der Aufgabe angedeutet. Im zweiten Teil des Artikels werden die verschiedenen Gattungen von Bibliographien (Nationalbibliographie, Personalbibliographie, Drucker-Bibliographie usw.) untersucht und die Vollständigkeit der Bestände der Széchényi Nationalbibliothek im Spiegel einiger solchen Bibliographien erwogen. Im grossen und ganzen wird die Vollständigkeit der Hungarica-Bestände auf 92 Prozent geschätzt (mit beträchtigen Differenzen was Bücher aus gewissen Zeitspannen, von verschiedenen Druck-Orten, bzw. Dokument-Typen wie Schulbücher, Kalender usw. betrifft). Auf Grund dieser Erwägungen werden die Schlussfolgerungen gezogen : — Der Arbeitsaufwand einer aktiven retrospektiven Beschaffung ist enorm. Es scheint nur in dem Fall gerechtfertigt zu sein, wenn die festgestellte Lücke noch genügend frisch und deswegen durch ein Originaldokument potentiell ergänzbar ist. Das trifft für diejenigen Dokumente die aus den letzten zwei oder drei Jahrzehnten stammen. Ansonsten sollten die Lücken erst durch neubearbeitete und ergänzte Neuausgaben der retrospektiven Nationalbibliographien erfasst und damit auch die Fundorte der etwaigen Exemplare aufgeklärt werden. — Nicht alle neuentdeckten Lücken der Hungarica-Altbestände sollten geschlossen werden. Man müsste jeden Titel sorgfältig erwägen. Lücken sollten nur in dem Fall durch Kopien geschlossen werden, wenn es sich um Unikate, oder obzwar in mehreren Exemplaren bekannten, jedoch in Ungarn nicht vorhandenen Dokumente handelt. 203