AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)

III. Könyvtörténeti és művelődéstörténeti tanulmányok - Pavercsik Ilona: A lőcsei Brewer-nyomda a 17—18. században I. - Geschichte der Brewer-Druckerei aus Leutschau im 17—18. Jahrhundert I.

GESCHICHTE DER BREWER-DRUCKEREI AUS LEUTSCHAU IM 17-18. JAHRHUNDERT I. PAVERCSIK Bruno Brewer der Ältere, der aus Wittenbeg stammende Buchhändler und Buch­binder Hess sich in den 1560-er Jahren nieder in der ungarischen königlichen Frei­stadt Leutschau (Lőcse, Levoca, ÖSSR), welche bedeutenden Handel über die Gren­zen nach Schlesien und Polen trieb, und hauptsächlich von deutschsprachigen Ansied­lern, den sogenannten Zipsern bewohnt war. Bruno Brewer d. Ä. beschäftigte sich nicht nur mit Buchhandel, er brachte Bücher vom Ausland [aus Wittenberg und Breslau/Wroclaw] und verkaufte auf ausländischen Märkten verschiedene Rohstoffe und Lebensmittel, wie es die erhaltengebliebenen Tricesima-(Zoll-Verzeichnisse be­zeugen. Seine Söhne im ersten Drittel des 17. Jahrhundertes beschäftigten sich aber schon nur mit dem Buchhandel . Die Zahl der vom Ausland (hauptsächlich von Breslau) bezogenen Bücher nimmt — besonders in den 1610-er Jahren — ständig zu. Daneben haben Bruno Brewer der Jüngere und sein jüngerer Brüder Lorenz Brewer 1625 in grosse Schulden verstrickt eine Druckerei gegründet, welche länger als ein Jahr­hundert in Betrieb und zwar in den Händen derselben Familie blieb. Die Druckerei erwarb sich durch ihre lange fortlaufende Tätigkeit, durch ihre Produktivität und mit der anspruchsvoller Herstellung der Veröffentlichungen einen vornehmen Platz in der ungarischen Dnickereigeschichte. Die Anfangsschwierigkeiten wurden schon von Lorenz Brewer überwindet: am Ende seines Lebens war er, wenn auch nicht der reichste Bürger der Stadt, doch gehörte er zu der wohlhabenden Schicht. Auch sein Sohn Samuel, dann dessen Witwe Sophie und sein Sohn Johann wirtschafteten gut mit dem ererbten Vermögen : so konnte die Druckerei auch weiterhin auf einem hohen technischen Niveau arbeiten. Im 18. Jahrhundert wurde aber immer weniger gedruckt : entscheidend war dabei die Einführung der strengen Zensur, infolge dessen die Tätig­keit der protestantischen Druckerei fast gänzlich stillgelegt wurde. Die Werkstatt arbeitete nicht bis 1752, wie es bis jetzt angenommen wurde, sondern nur bis 1739, stellte also ihre Tätigkeit noch zu Lebzeiten des Eigentümers ein. Der Aufsatz zeigt die Tätigkeit der Familie nach Generationen gegliedert. Aus­führlich werden die Zahl der Angestellten in der Druckerei und ihre gesellschaftliche Lage besprochen, behandelt werden die Beziehungen bzw. der Konkurrenzkampf zwischen den Leutschauer Druckereien und Buchbindereien, die Streitigkeiten in dem die Buchbinder und Drucker von Leutschau und Kaschau (Kassa, Kosice CSSR) zu­sammenfassenden Zunft die erhaltengebliebenen Angaben über die Druckerei, über ihre Steuerzahlung; auch der Weg der beim Druck verwendeten Typen, Ziere usw. wird — auch nach 1741, also nach Aufhören der Brewer-Druckerei — verfolgt. Die Leistung selbst, die quantitative und buchkünstlerische Erwiegung ihrer Veröffentlichungen und die Beschreibung der Ausstattung der Druckerei werden das Thema eines nächsten Aufsatzes bilden. 408

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