AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Pajkossy György: A nemzeti könyvtár központi gyűjteményeinek olvasószolgálata a Budavári Palotában - Der Lesedienst der zentralen Sammlungen der Széchényi Nationalbibliothek im Burgpalast von Buda
DER LESEDIENST DER ZENTRALEN SAMMLUNGEN DER SZÉCHÉNYI NATIONALBIBLIOTHEK IM BURGPALAST VON BUDA GY. PAJKOSSY Der Aufsatz beschäftigt sich mit dem Funktionssystem des öffentlichen Dienstes der zentralen Sammlungen (Bücher, Zeitschriften und Zeitungen) der Széchényi Nationalbibliothek in ihrem zukünftigen neuen Sitz, in dem sich noch im Umgestaltung befindlichen Burgpalast. (Das neue Gebäude der Bibliothek entsteht infolge der Wiederherrichtung eines Flügels des ehemaligen Königspalastes von Buda (Ofen). Über unsere Pläne im Allgemeinen brachte unser Jahrbuch von 1961/62 einen zusammenfassenden Bericht (1964). Von den Plänen der Sondersammlungen wurde im Jahrbuch 1965/66 geschrieben (1967). Der vorliegende Aufsatz gliedert sich in drei Abschnitten. 1. Der erste Abschnitt macht uns mit der Planungsgeschichte, mit den Grundprinzipien des Planens vertraut, auch die damit verbundenen umstrittenen Fragen und Alternativen werden vorgeführt, ferner wird auch auf die heutigen Verhältnissen dieser Dienstleistung verwiesen. Das der Bibliothek zugeteilte repräsentative Gebäude bestimmte ja in vielen Hinsichten das Projektieren selbst. Ein entsprechend grosser und verhältnismässig flexibler Raum für den Lesesaal stand nur auf den zweiten Geschoss des Gebäudes, ferner im Zentralbereich des drittens zur Verfügung. Man musste also in Voraus mit in Kauf nehmen, dass der Leser, um in die zentrale Lesesäle zu gelangen, Treppen bzw. Fahrstulh inanspruchnehmen muss. (An der Ebene des Haupteinganges und im ersten Geschoss werden — unter Anderen — auch die Sondersammlungen unter- gebracht.) Heute stehen in den zentralen Lesesälen der Bibliothek insgesamt 134 Plätze zur Verfügung und in den Lesesälen der Sondersammlungen noch weitere 58. Der Anspruch wird im neuen Gebäude selbstverständlich das Mehrfache sein, denn in den letzten 30 Jahren wuchs die Zahl der jährlich registrierten Leser im Vergleich mit der früheren höchsten Leserzahl auf das Zahnfache, und auch der Verkehr vervielfachte sich. Der Zuwachs der Leser ergibt sich aber hauptsächlich aus solchen, die Lehrbücher, Lehrmaterial, Fachliteratur zum Studium, Lektüre oder Schönliteratur beanspruchen. Man kann also sagen, dass der Zuwachs des Verkehrs die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Forschung vermindert hat, denn die vorhandenen Plätze wurden von Lesern der vorher erwähnten Kategorie besetzt. Das Zunehmen des Verkehrs hatte auch seine unerwünschte Auswirkung auf die Bestände. Viele Bände meist befragter Bücher, Zeitschriften und Zeitungen wurden stark abgenützt und nicht immer bestand die Möglichkeit zu ihrer Reparatur oder Neubindung. Die schlechteste Lage ergab sich in der Zeitungssammlung, wo sich das Veraltern des Papiers mit der ungünstigen Auswirkung der zunehmenden Inanspruchnahme addierten. Darum begann ja die Bibliothek um 1968 mit einer möglichst schnellen Verfilmung ihres ganzen ungarischen Zeitungsmaterials. Auch ist die zuständige Lage der Bibliothek ungünstig damit belastet, dass in ständig zunehmendem Maße grosse Bestandteile ihrer Sammlungen — wegen Raummangel — ausser Haus, fern vom zentralen Gebäude gelagert werden müssen. Zur Zeit befinden sich schon etwa 60% der Sammlung von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen auswerts und werden von ihrem Standort täglich abgeholt um im zentralen Gebäude den Lesern zur Verfügung gestellt zu werden. Die Bestände werden aber vom Transport selbst schwer beschädigt. Unhaltbar ist auch — am jetztigen Ort — die innere Lage des zentralen öffentlichen Dienstes, denn ihre Arbeitunterlagen (Handbibliothek und ihre verschiedene Karteien und Behelfe) können — wegen Raummangel — nicht erweitert werden. Eine Lösung kann auch hier nur vom neuen Gebäude geboten werden. Das Grundprinzip des öffentlichen Dienstes im neuen Gebäude ist das Bilden von Fachlesesälen mit ihren ihrem Fachgebiet entsprechenden möglichst grossen Freihandbibliotheken. Die gesonderte organisatorische Form und der selbstständige Lese293