AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Wix Györgyné: Az Országos Széchényi Könyvtár állományának „fehér folt"-jai - Lücken in den Beständen der Széchényi Nationalbibliothek
LÜCKEN IN DEN BESTÄNDEN DER SZÉCHÉNYI NATIONALBIBLIOTHEK B. WIX Die Autorin bietet — aus praktischen Erfahrungen ausgehend — über die relativ am lückenhaftesten Teile der Hungarika-Bestände binnen der modernen Buch- und Periodikasammlung der Széchényi Nationalbibliothek einen zusammenfassenden Überblick. Die besonders lückenhaften Bereiche der Patriotikabestände der Nationalbibliothek lassen sich folgenderweise gruppieren : a) Chronologisch abgrenzbar sind die folgenden Gruppen: — Alte Drucke bis zur Mitte des XVIII. Jahrhunderts, — Die zur Zeit von grossen Geschichtswenden (1848/49 und während den beiden Weltkriegen) erschienenen Veröffentlichungen, — Die zwischen 1860 und 1895 erschienenen Drucke (infolge der Unzulänglichkeit der Pflichtexemplargesetze wurden sie oft nicht eingesandt). b) Geographisch abgrenzbar sind die folgenden : — Produkte von provinzialen Druckereien, — Im Ausland hergestellte Druckwerke ungarischer Verlage, — Hungarika, die in solchen Staaten erschienen sind, welche mit Ungarn wenig Verbindung pflegen. c) Die infolge der Art ihrer Herstellung seltenen Veröffentlichungen : — Periodika, — Flugschriften mit kleiner Auflagehöhe (bibliophile und private Veröffentlichungen), — Minibücher, — Neuauflagen mit unverändertem Impressum, Druckvarianten. d) Inländische fremdsprachige Drucke (mit Ausnahme der Deutschsprachigen, welche infolge der hiesigen Sprachkenntnisverhältnissen zugänglicher sind). e) Im täglichen Gebrauch zerlesene Bücher (zB. Kinderbücher, Gebetbücher, Kochbücher, Kalender, Volksbücher usw.). f) Im geschlossenen Kreise vertriebene Veröffentlichungen : — Linksgerichtete Literatur bzw. die der Arbeiterbewegung, — Freimaurerliteratur, — Gedrucktes Propagandamaterial der verbotenen religiösen Sekten, — Erotika. g) „Verborgene" Patriotika: — Publikationen von Autoren, die keinen ungarischen Namen führen, — Inhaltliche Hungarika, bei denen der Titel nichts verratet. Die Verfasserin ist der Meinung, dass unsere Vorfahren in der Bibliothek in erster Reihe die Geschichte und Philologie bzw. ihre Grenzgebiete und Hilfsliteratur für wichtig hielten, weil diese Diszipline für spezifisch nationale galten. Mangels der Arbeitskräfte und materiellen Möglichkeiten wurde für die Vervollständigung der im Bereich anderer Wissenschaften erschienen Veröffentlichungen weniger Sorge getragen, und so ist dieses Bereich der Veröffentlichungen in den Sammlungen der Nationalbibliothek weniger vollständig vertreten. Diese Zusammenfassung wünscht der erste Schritt zu sein, auf den eine aktive Lückenschliessung mindestens in Form von Kopien in Reihenfolge ihrer Wichtigkeit bei den verschiedenen unvollständigen Teilen der Bestände folgen müsste. 246