AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)

II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Németh Mária: Az Országos Széchényi Könyvtár tudományos tevékenysége 1945—1974 (Tervek és eredmények) - Die wissenschaftliche Tätigkeit der Széchényi Nationalbibliothek 1945—1974 (Pläne und Ergebnisse)

DIE WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT DER SZÉCHÉNYI NATIONALBIBLIOTHEK 1945—1974 (PLÄNE UND ERGEBNISSE) M. NÉMETH Der zweite Weltkrieg hat einen Bruch in der wissenschaftlichen Tätigkeit der Széchényi Nationalbibliothek verursacht. In den ersten Jahren nach der Befreiung hat das Ordnen und die Wieder-in-Evidenz-Nehmung der Bestände, die Sicherung der Tätigkeitsbedingungen der Bibliothek die volle Arbeitszeit des Kollektivs in Anspruch genommen. So entstanden zwischen 1945 und 1949 eher Pläne, mit der eigentlichen wissenschaftlichen Tätigkeit konnte man erst am Anfang der fünfziger Jahre beginnen. In der Nachkriegszeit wurde das ganze ungarische Buchwesen umgestaltet und auf die inhaltlichen Prinzipien und formalen Forderungen des Sozialismus aufgebaut. Diese Veränderung wickelte sich natürlich nicht so selbstverständlich ab. Das Jahr­zehnt zwischen 1950 und 1960 wurde sowohl im Leben des ganzen Landes wie auch in der Formulierung der Aufgaben der Nationalbibliothek vom Suchen und Versuchen neuer Wege gekennzeichnet. Diese Tatsache spiegelt sich natürlich in der damaligen wissenschaftlichen Tätig­keit der Széchényi Nationalbibliothek wieder. Auf den ersten Blick fällt einem die unreife Forschungskonzeption und die Unebenheit in der Verwirklichung auf. Wenn wir aber die wissenschaftlichen Pläne und Resultate der ersten 15 Jahre nach der Befreiung eingehend untersuchen und das Fazit von seinen verschiedenen Erschei­nungsformen ziehen, finden wir eine ganze Reihe von positiven Tatsachen. Die Vorstellungen und eingeleiteten Arbeiten waren nach 1945 eindeutig dazu geeignet, dass sie den späteren wissenschaftlichen Tätigkeiten der Nationalbibliothek den Grund legen. Die Ausdehnung des Gebietes der Nationalbibliographie, das Materialsammeln für und teilweise auch die Herausgabe von bestanderschliessenden Katalogen, unser Anschliessen an die RISM-Arbeiten geschahen in diesen Jahren. Die Mitarbeiter der Bibliothek trugen mit ihren Publikationen und als Vortragende an der Uni­versität ebenfalls zur Hebung des wissenschaftlichen Ranges der Bibliothek bei. Gleichzeitig wurde auch viel für die Ausbildung der jungen Generation und für ihr Starten auf der wissenschaftlichen Laufbahn unternommen. In diesen Jahren kam diejenige Verbindung zwischen der Bibliothekswissenschaftlichen Arbeitskommission der Akademie der Wissenschaften von Ungarn (später Buchhistorische und Biblio­graphische Arbeitskommission genannt) und zwischen der Nationalbibliothek zustande, die in unserer wissenschaftlichen Tätigkeit bis heute bestimmend weiterwirkt. Vom Anfang der 1960-er Jahre wurde die wissenschaftliche Tätigkeit in der Beziehung sowohl des ganzen Landes als auch der Széchényi Nationalbibliothek immer planmässiger. In den verlaufenen fünfzehn Jahren bis zur Mitte der siebziger fand die Bibliothek ihren Platz im Ganzen des einheimischen wissenschaftlichen Lebens und schloss sich mit ihren spezifischen Aufgaben dessen an. So kamen immer mehr die Hungarika-Forschungen in den Vordergrund, beziehungsweise die Fragen der bibliographischen Erschliessung der Hungarika-Dokumente. Als Ergebnis der begon­nenen Arbeit erschienen neue Veröffentlichungen. Bedeutende Ergebnisse sind auch im Bereich der Veröffentlichungen der Nationalbibliographie (Kumulationsbände) festzustellen. Die erfreuliche Tatsache, dass die Nationalbibliothek am Anfang der achtziger Jahre das neue Gebäude bezieht, wirkt negativ auf bestimmte Gebiete der wissenschaft­lichen Arbeit aus (zum Beispiel wegen der Personalumgruppierung in den Sonder­sammlungen). Andererseits führte es aber zu einer — mit der praktischen Arbeit verbundenen- theoretischen Tätigkeit von hohem Niveau. Ende der siebziger Jahre begann sich die Bibliothek mit den Aufgaben der elektronischen Datenverarbeitung zu beschäftigen, schloss sich dadurch dem Informationssystem der RGW und der Tätig­keit anderer Weltsystemen an und kann in ihrer Forschungs- und Entwicklungstätig ­219

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