AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1976-1977. Budapest (1979)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Wix Györgyné: Trenk Frigyes 1790. évi politikai röpiratai - Die politischen Flugblätter des Friedrich Freiherrn von der Trenck aus dem Jahre 1790
Die politischen Flugblätter des Friedrich Freiherrn von der Trenck aus dem Jahre 1790 B. wix Friedrich Freiherr von der TRENCK, der berüchtigte Abenteurer und bekannte Freiheitsheld, hielt sich im Sommer des Jahres 1790 in Pest auf, und publizierte hier zahlreiche Flugblätter. Seine Beziehungen zu bekannten ungarischen Persönlich keiten (Führer der ungarischen Unzufriedenen, spätere Jakobiner usw.), wie auch der Widerhall seiner Schriften deuten darauf hin, dass er eine nicht unbedeutende Rolle in der ungarischen Ideengeschichte gespielt hatte. Der Aufsatz gliedert sich in vier Teile. Der erste Teil schildert kurz den abenteuerlichen Lebenslauf TRENCKS auf Grund seiner eigenen Lebensbeschreibung und stützt sich hauptsächlich auf die Monographie von Water GRAB (Friedrich Freiherr von der Trenck, Hochstapler und Freiheitsmärtyrer und andere Studien zur Revolutionsund Literaturgeschichte. Kronberg/Ts. 1977, Scriptor Verl.). Der zweite Teil befasst sich mit TRENCKS Aufenthalt in Pest. Die Verfasserin ist der Meinung, dass TRENCK als Agent LEOPOLDS des Zweiten nach Ungarn kam, um die ungarischen Stände mit seinen Schriften für den Herrscher, gegen den hohen Klerus zu beeinflussen, und im ungarischen Landtag Zwietracht zu stiften, ohne dass er dabei seine eigene scharf antiklerikale und gelegentlich antifeudale Auffassung verschwiegen hätte. Dabei trachtete er auch für sich selbst materielle Vorteile zu gewinnen. Wegen seinen aufrührerischen Beziehungen wurde er von Geheimagenten verfolgt, und schliesslich (nach der Reichenbacher Konvention), da LEOPOLD seine Dienste nicht mehr benötigte, vom König einfach fallen gelassen. Der dritte Teil ist eine Bibliographie der TRENCK'schen Werke aus dem Jahre 1790, die insgesamt 40 Posten enthält, und zugleich auch einen Standort für jede angeführte Publikation angibt. (Die Zahl der Titel ist beträchtlich grösser, als die in der TRENCK-Bibliographie von Gustav GTJGITZ und Max von PORTHEIM angegebene.) Der vierte Teil stellt dem Leser die Herausgeber der Flugschriften in einer kurzen Skizze vor, um dann ausführlicher über die Chronologie und die Publikationsgeschichte der einzelnen Schriften zu berichten. Auf Grund der hier angeführten Daten scheint TRETSTCKS Rolle bei den ungarischen Ereignissen dieses Jahres, oder vielmehr der Einfluss, den er in Ungarn ausübte, wichtiger zu sein, als dies von den ungarischen Historikern bisher geschildert wurde. li* 163