AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1974-1975. Budapest (1978)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Horváth Viktor: Könyvek és könyvtárak államosítása Magyarországon 1949—1960 - Verstaatlichung von Büchern und Bibliotheken in Ungarn 1949—1960
othek zur Nationalbibliothek Széchényi unter dem Namen Helikon-Bibliothek. Die anderen beiden waren : die 25 000 Bände zählende Bibliothek von Kálmán Radvánszky in Sajókaza (sie wurde zum Eigentum der Bibliothek der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche) und die Bibliophilsammlung von Gyula Végh, mit etwa 5000 Bänden welche aus dem Sibrik'schen Schkoss zu Bozsók in die Helikon-Bibliothek der Nationalbibliothek Széchényi gebracht worden ist. Parallell mit dieser Sammeltätigkeit der Nationalbibliothek oder schon davor kamen mehrere Sammlungen im Ganzen oder detailweise in dem Besitz einzelner Bibliotheken. Z. B. kam zur Bibliothek der Universität für Wirtschaftswissenschaften die Bibliothek des ehemaligen Landesverbandes der Fabrikanten oder zur Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie die Bibliothek des Nationalkasino. Über diese Bestände haben wir aber keinen Überblick. Ingfolge des gesetzkräftlichen Erlasses Nr. 34 vom Jahre 1950 wurden Ordenshäuser aufgehoben und Ordensschulen verstaatlicht. Ihre Bibliotheken kamen ebenfalls in nationalen Eigentum. Am 1. April 1951 wurde das Buchmaterial der Privatbuchhandlungen, Antiquariaten und Leihbibliotheken verstaatlicht. Das Landeszentrum für Bibliothekswesen hat von den aufgehobenen Ordenshäuser und Ordensschulen die Bestände von 135 Bibliotheken in nationalen Eigentum übernommen. Davon wurde — laut des Abkommens zwischen Staat und Kirche — die gebräuchliche theologische Literatur bei der Übernahme der Bibliotheken den Bibliotheken den Bevollmächtigten der Kirche zurückgegeben. Zweie von den wertvollsten Ordensbibliotheken wurden für geschützte staatliche Denkmalbibliotheken erklärt, und in der ursprünglichen Aufstellung erhalten. Diese sind die Sammlungen des Franziskanerorden in Gyöngyös gegründen im 15. Jahrhundert und die der Abtei des Cistercienserordens in Zirc aus dem 18. Jahrhundert. Weitere 6 Bibliotheken wurden dispensiert und stehen heute auch noch unter kirchlicher Verwaltung. In der Reihenfolge ihrer Gründungs jähre sind es die Folgenden: Zentralbibliothek des Ordens von St. Benedikt in Pannonhalma (1001), Bibliothek des Franziskanerklosters von Buda (1717). Nachträglich nach der Aufhebung der Orden wurden die Ordensbibliotheken der Franziskaner in Esztergom, der Benediktiner in Győr und der Piaristen in Kecskemét wieder hergestellt. Unsere Angaben über die Menge des in nationalen Eigentum geratenen Buchmaterials sind infolge der Umstände bei der Übernahme der Bibliotheken (in den meisten Fällen gab es keine Inventare, und das Buchmaterial musste gleich nach der Übernahme abtransportiert werden) nur von annähender Genauigkeit. Nach dem Jahresbericht von 1953 des Zentrums für Volksbüchereiwesen waren es 4 500 000 Bände. Der zweite Abschnitt unseres Aufsatzes beschäftigt sich mit der Verwertung des verstaatlichten Bibliotheksmaterials, und zwar mit der Bearbeitung (Ordnung und neue Verteilung), mit den Ereignissen der ersten acht Jahren (1953 — 60), mit dem der Arbeit zum Grunde liegendem Programm und mit den im Laufe der Arbeit sich meldenden Problemen. Der Ausgangspunkt des Programmes ist die Feststellung, dass das in nationalen Eigentum geratene Bibliotheksmaterial so bedeutende nationalwirtschaftliche und kulturelle Werte enthält, die bei entsprechender Bearbeitung zur Ergänzung der Bestände unserer Bibliotheken in der Geschichte des ungarischen Bibliothekswesens eine einmalige Möglichkeit bietet. Das Programm bezeichnet eine doppelte Aufgabe: 1. Die Weiterentwicklung der ärmlichen Bücherbestände der Provinzialbibliotheken in erster Reihe mit wissenschaftlichen, Fachmaterial. 2. Die übrigens unmögliche Ergänzung des Hungarica-Materials der Nationalbibliothek Széchényi und der Universitätsbibliothek in Debrecen. Grundsätzliche Anforderung war noch, dass die für die Bibliotheken wichtigsten, brauchbarsten Materialgruppen als Erstes bearbeitet und verteilt werden. Dieser Aufgabe sind die an der Aufschliessung des Bibliotheksmaterials beteiligten Abteilungen in engem Zusammenwirken mit der Nationalbibliothek Széchényi erfolgreich nachgekommen. So wurden in diesem Zeitraum (1953 — 1960) 1 372 635 bibliothekarische Einheiten verteilt (ohne dem Buchmaterial, — von dem wir auch keine genaue Angaben besitzen —, das vor dem Jahr 19.53 am Fundort ausgewählt und verteilt worden ist). Die Kontrolle der Verwendung von den in nationales Eigentum gekommenen 260