Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 87. (Budapest 1995)

Schwaller, W. ; Grimm, R.: Neatus picipes in der Paläarktis - eine Artengruppe (Coleoptera: Tenebrionidae)

STELLUNG DER GATTUNG NEATUS LECONTE Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, die phylogenetischen Beziehungen von Neatus zu anderen Gattungen zu analysieren. Bislang gilt die Monophylie der Tenebrionini und die phylogene­tische Gruppierung darin als offen oder zumindest sehr zweifelhaft (DOYEN 1989, WATT 1974). Nach äußeren Merkmalen scheint eine nähere Beziehung zu Tenebrio LlNNAEUS zu bestehen. Dies gilt etwa für den Bau der Mundwerkzeuge, der Antenne, der Beine und für die Coxalmorphologie. Der Aedoeagus-Bau bei Neatus ist jedoch von ganz anderer Konstruktion als bei Tenebrio, weshalb möglicherweise beide Gattungen ganz unterschiedlichen Entwick­lungslinien angehören. Zudem betont REITTER (1920: 19), daß die Larven von Neatus auffal­lend von Tenebrio-Larven abweichen. Die Betrachtung von Teneatopus REITTER, 1920 als Untergattung von Neatus ist sehr frag­würdig. Die einzige Art atronitens (FAIRMAIRE, 1891) (2 Syntypen im GFT untersucht) aus China ist äußerlich deutlich von Neatus geschieden, zeigt aber im Bau des Aedoeagus gewisse Übereinstimmungen damit. Bis zu einer Klärung der verwandtschaftlichen Gruppierung inner­halb der Tenebrionini betrachten wir atronitens als nicht zu Neatus gehörend. Vielleicht bes­tehen nähere Beziehungen zu Zophophilus FAIRMAIRE, 1881. ARTKENNZEICHEN INNERHALB NEATUS Die innerhalb der Gattung bislang als arttrenned erachteten Merkmale sind sehr variabel und deshalb für diesen Zweck ungeeignet. Die doppelte Pronotumpunktur ist manchmal nur an den Pronotumseiten vorhanden, manchmal aber auch auf der Pronotumscheibe. Die Vor­dertibia der Männchen trägt in der inneren Ausbuchtung mehrere oder nur einen Kerbzahn. Gewöhnlich besitzen Tiere von größerer Statur mehr Kerbzähne als kleinere Tiere. Die Pros­ternai apophyse ist bei manchen Tieren niedergebogen, bei anderen vorgestreckter. Auch die Behaarung dort ist mal stärker, mal ganz fehlend. Die Ausprägung der Punktreihen auf den Elytren und die Punktur der Zwischenräume variiert etwas. Bei den mitteleuropäischen Popu­lationen besitzt das Männchen meist eine deutliche Behaarung auf den Abdominalsterniten, die bei Männchen anderer Regionen meist fehlt oder nur sehr schwach ausgeprägt ist. Als Artkennzeichen ohne Einschränkung brauchbar ist hingegen der Aedoeagus-Bau. Er zeigt in der Paramcrenform (in der Paläarktis) 4 ganz unterschiedliche Ausprägungen, die jeweils geografischen Regionen zugeordnet sind. Übergänge konnten wir nicht feststellen, jedoch eine gewisse Variabilität innerhalb dieser Grundformen. Die Struktur des Penis zeigt keine signifikanten Unterschiede. AEDOEAGUS-BAU Basalkörper lang röhrenförmig, an der Basis nach ventral abgebogen, Basalöffnung etwas verdreht. Parameren verwachsen, in der vorderen Hälfte seitlich mit Dornen, ventral geöffnet. Innensack an der Spitze mit Borstenkranz. Penis geringelt, mit beborsteter Spitze, in Ruhe­stellung nicht über die Paramerenspitze herausragend (Abb. 1-4). DIE NEATUS-AKYEN DER PALÄARKTIS Neatus picipes HERBST, 1897 (Abb. 1-4, 10-11) Synonymic: intermedius FIORI (Emilia, 1889-1901. FIORI. 4 Syntypen ZMB untersucht, kein Hololec­totypus designiert), loripes STURM (Deutsche Fauna), transversaux DUFTSCHMID (Wien, Typen nicht mehr als solche

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