Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 87. (Budapest 1995)
Bunke, Zs.: Pflanzenpräparations-Methoden von Stanislaus Albach
Wimperte Blattkante mit schwarzer Unterlage (Polygonum orientale). "Folia et Mitfoliola" (Wortgestaltung von ALBACH; z. B. bei Trifolium-Arten). Nodus mit Blattpaar, auch mit Blüte, mit Frucht (u.a. Ballota nigra, Mirabilis jalappa). Blüten und Früchte bilden den Mittelpunkt dieser Präparationskunst. Es wurde auch bestrebt im Herbar die Blüten auferblüht einzusammeln! Noch im Jahre 1835 notiert ALBACH bei Erythraea compressa folgendes: "Mußte ordentlich der Augenblick erlauscht werden, um apertas ad Hb zu bekommen". Instruktiv zerlegte Blüten/Früchte sind im Unzahl, es tauchen in ihm immer neue Gedanken auf (Achillea Clavenae, Anthoxanthum odoratum (Abb. 5-6), Atriplex laciniatum, Clematis flammula (Abb. 7-8), Crocus sativus, Digitalis lanata (Abb. 9), Lasthenia glabrata, Melica ciliata (Abb. 10), Phacelia tanacetifolia, Pimpinella Saxifraga, Reseda luteola, die schon erwähnten Gentiana-, Trifolium und Veronica Arten unter vielen anderen. Von den Fruchtpräparaten sollen noch Querschnitte in verschiedenen Niveaus erwähnt werden bei Kentranlhus ruber, Längsschnitte aus der unreifen Frucht von Juglans regia, Nicotiana rustica, mühsame Arbeit mit saftigen Früchten bei Lycopersicum esculentum, die Problemen werden aber gemeistert, auch bei Datura stramonium mit Fruchtwand-Präparat. Einige Demonstrationen sind mit der Keimpflanze ergänzt, manchmal sind es mehrere Pflänzchen in stufenweise Entfaltung zu finden, u.a. Clarkia elegáns, Ruta graveolens, Urtica Dodartii (Abb.ll, eine frühere Sammeleinheit). AUSKLANG Diese Methoden wurden noch nie eingehend studiert. Einiges könnte man heutzutage im alltäglichem Praxis einführen, aber viele Präparaten sind unnachahmbar, sie bleiben ALBACHS Eigen. Catnum endete mit Nummer 1910 am 16. Juli 1843; das letzte "große Präparat" war Trifolium incamatum, - die 14. Art der Gattung - es trug Nr. 263. der merkwürdigen Serie. Material sammelte noch ALBACH im Jahre 1844 dazu; das nächste Jahr galt nur der Bearbeitung des Gesammelten. In den späteren Jahren wurden noch einige Arten dazugereiht, aber nach und nach, unbemerkt wurde die Arbeit untergelassen. ALBACH half noch einem kleinem Kreise botanisieren: JOHANNES UHL, Violoncellist des Esterházy-Orchesters (+ 1869), der schon erwähnte JULIUS von KOVÁTS und der aus Eisenstadt gebürtiger ALEXANDER PAWLOWSKI (1830-1882), später Professor der Rechte, Florist. - ALBACHS Herbar blieb noch 8 Jahre lang in Eisenstadt bei ihm, nach seinem Tode kam sein Nachlaß durch Preßburg nach Pest gesandt, für dem Ungarischen Nationalmuseum, wohin es zugedacht war. Im Grunde genommen wurde seit dem 16. Jahrhundert das Pflanzenpressen eine ausgearbeitete "Standardtechnik" (WAGENITZ 1993: 43). Überall, wo Botanik betrieben war, wurde es bewährt, geübt einen halben Jahrtausend lang. ALBACH versuchte - ohne einem Beispiel zu haben - einsam in seinem Gemach einige neue Wege zu finden. Durchgedachte Kenntnisse, einiger Zeitaufwand waren nötig dazu. Hatte es einen Sinn ? Seine Tätigkeit blieb unvollendet, - er riete uns, weiterexperimentieren. * * * Photoaufnahmen - Abb. 1: Ungarisches Nationalmuseum, Történelmi Képcsarnok Abb. 2, 4, 11: ISTVÁN RÁCZ, Ungarisches Naturwissenschaftliches Museum. Abb. 3, 5-10: ANDRÁS KEVE, Ungarisches Naturwissenschaftliches Museum.