Kaszab Zoltán (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 66. (Budapest 1974)
Varga, Z.: Hadeninae (Lepidoptera, Noctuidae) aus der Mongolei
Bedeutung beimessen, daß während die Hadida-Arten fast ausnahmslos noch an eremialen und xeromontanen (vgl. Voous 1960, VARGA 1973) Biotopen gebunden sind, einige Arten der Gattung Discestra schon eine breitere ökologische Valenz erreichen konnten (in dieser Hinsicht kann freilich der holarktisch-subtropisch verbreitete Kulturfolger D. trifolii als Extremfall gelten) und in den Sekundärzentren des Mediterraneums (im Sinne DE LATTIN 1949, 1957, 1967) noch sekundäre Sippenzentren aufweisen. Die westlichen aus letzteren sind mit der maritimen Halophytenvegetation verbunden, die östlichen dagegen mit der xerophilen Vegetation der östlichen mediterranen Gebirge (hauptsächlich in Vorderasien), deren Elemente — die von Voous als „Mediterran-xeromontan" bezeichnet sind — auch in anderen Gruppen (Lepidoptera: Satyridae, Lycaenidae — Coleoptera: Lamellicornia — Orthoptera — Aves) einen faunogenetischen Zusammenhang mit zentralasiatischen xeromontanen und eremialen Lebensräume haben. Als Bindeglied zwischen Hadula-Discestra-Cardepia bzw. Haderonia-Polia Gruppen kann zweifellos die Gattung Hadulipolia BRSN. gelten, die aber — unserer Meinung nach — zu letzteren viel näher zu stehen scheint. Die hier ausgearbeitete systematische Reihenfolge ist also keine willkürliche Abweichung von dem bekannten BouRSiN-System, sondern soll den Unterschied zwischen einem phylogenetischen bzw. typologischen System ausdrücken, wenn überhaupt die phylogenetisch-faunogenetischen Zusammenhänge im Rahmen eines linear aufgebauten Systems wiedergegeben werden können. 1. Cardiestra gobideserti VARGA (Tafel 1: Fig. 3, Abb. 1) Mitt. Münchn. Ent. Ges., 1973, 63: 209. Südgobi aimak: Abflußloses Becken, 10 km NNO von Dalanzadgad, 1450 m, 7. 7. 1967 (Nr. 898) 1 rf Holotypus. 53 rf und 2 9 Paratypen von gleichem Fundort und Datum. Die neue Art steht zweifellos zu Cardiestra eremistis (PÜNGELER 1904) (Soc. Ent. 19: 130, Mamestra) und C. vaciva (PÜNGELER 1906) (Iris, 19: 90, Discestra) am nächsten, aber ein Vergleich mit den Typen der obengenannten beiden Arten (Zool. Museum der Humboldt-Universität, Berlin) sowie die Untersuchung weiterer authentischer Exemplare aus der Zool. Staatssammlung, München konnten uns davon überzeugen, daß es sich hier zweifellos um eine gute Art handelt, die sich ganz eindeutig von den übrigen Arten der Gattung, die von BOURSIN 1963 (Zschr. Wiener Ent. Ges. 48: 86) aufgestellt wurde, abtrennen läßt. Die neue Art ist wesentlich größer als die anderen Arten der Gattung (Vfl. Länge 14,5—17 mm, bei den anderen 3 Arten 12,5—15 mm). Die Grundfarbe der Vfl. ist rötlichgrau (bei C. eremistis und vaciva fahl gelbgrau, bei C. vassilinini BANG-HAAS, 1927, Horae Macrolep. I: 85, Discestra, sogar hell aschgrau). Auch die Zeichnungselemente zeigen einige Unterschiede gegenüber der anderen Arten der Gattung. Die Nierenmakel der C. eremistis besitzt in der unteren Hälfte einen schwärzlichen Saum, der — obwohl in weniger ausgeprägter Form — auch bei vaciva und vassilinini vorhanden ist. Bei der neuen Art ist diese Zeichnung nur fleckartig im unteren Drittel des Außenrandes der Nierenmakel ausgebildet. Am Vorderrand der Vfl. sind bei eremistis drei ziemlich scharfe, kommaförmige Striche vorhanden. Diese sind bei den anderen Arten — so auch bei der neuen Art •— undeutlicher und wesentlich kürzer. Die Subterminallinie ist bei der neuen Art ziemlich deutlich, bei den übrigen dagegen ziemlich verloschen. Die Hinterflügel sind vergleichsweise verdunkelt. Die neue Art besitzt auf der Unterseite einen gleichmäßig dunklen