Kaszab Zoltán (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 63. (Budapest 1971)
Verseghy, K.: Angaben über den Wasserhaushalt einiger Xerotherm-Erdflechten
Abweichung. Die Verdampfung bezw. Abgabe von tropfbarflüssigem Wasser steht in verkehrtem Verhältnis mit der Dicke der Rindenschicht. Die rascheste Abgabe zeigt die mit der dünnsten Rinde, d. h. die Cl. furcata, an zweiter Stelle steht die Cl. convoluta, an dritter Stelle die Cl. magyarica, und die letzte Stelle nimmt die mit der dicksten Rindenschicht: die Parmelia pokornyi ein. Diese Zusammenhänge sind aus den Tabellen 4. und 5. ersichtlich: Tabelle 5. Das Verhältnis der einzelnen Schichten des Thallus und des Podetiums unserer untersuchten Arten, bezogen auf das Podetium des Cladonia magyarica Cladonia magyarica Pod. ' Th. Cl. furcata Th. Cl. convoluta Th. Parmelia pokornyi Th. Rinde (unter-f obere) 1 : 1,45 : 0,66 : 1,86 : 2,89 Gonidienschicht 1 : 0,76 : 0,58 : 0,40 : 1,15 Markschicht 1 : 1,77 : 0,38 : 0,71 : 0,53 Zusammenfassung 1. Die Aufnahme und Abgabe so von trompfbarflässigem Wasser, wie von athmosphärischem Wasserdampf ist je nach Art verschieden. 2. Die Menge der Wasseraufnahme ist von der anatomischen Struktur des Thallus bezw. des Podetiums abhängig. Es zeigt sich, dass die aufgenommene Menge von tropfbarflüssigem Wasser in linearem und die Geschwindigkeit der Abgabe dessen in verkehrtem Verhältnis zu der Dicke der oberen und unteren Rindenschicht steht. Das Eindringen von Wasser wird durch die Gonidienschicht und Säurekristalle gehemmt. 3. Eine nennenswerte Änderung bei 70, 80, 95% rel. Feuchtigkeit ist bei unseren untersuchten Arten nicht zu verzeichnen; zwischen 70 und 95%-iger rel. Feuchtigkeit erhöht sich der Wassergehalt der Flechten nur um 10—12%. Bei 100%-iger rel. Feuchtigkeit erreicht die Cl. furcata einen Wassergehalt von 60—76%, die übrigen 3 Arten den von 45—50%. 4. Unter Standard-Verhältnissen stellt sich eine Gleichgewichtslage ein, undzwar bei Aufnahme von tropfbarflüssigem Wasser in 1—2 Minuten, bei Aufnahme von athmosphärischem Wasserdampf in mehreren Tagen. 5. Nach standortsökologischen Beobachtungen verträgt von unseren Arten die Xerotherm-Verhältnisse am schwersten die Cl. furcata, und am leichtesten die Cl. convoluta und Parmelia pokornyi. In den Sommermonaten kann bei der Cl. furcata und Cl. magyarica ein Absterben beobachtet werden, dagegen sind die Thalli der Cl. convoluta und der Parmelia pokornyi weniger davon berührt. Diese Beobachtungen beweisen die Ergebnisse unserer WasserhaushaltUntersuchungen.