Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 62. (Budapest 1970)

Jánossy, D.: Ein neuer Eomyide (Rodentia, Mammalia) aus dem Ältestpleistozän ("Oberes Villafrankium", Villányium) des Osztramos (Nordostungarn)

In der Kleinsäugerfauna sind die Nager am reichsten vertreten. Die seltsamste Form der ganzen Fauna, ein für die Wissenschaft bis jetzt un­bekannter Eomyide wird weiter unten in diesem Artikel unter der Benennung Estramomys simplex beschrieben. Diese Art ist überhaupt keine Rarität in der Tier­gesellschaft und wie wir sehen werden, kommt sie in verschiedenen Niveaus der Fundstelle vor. Die Sciuriden vertritt ausschliesslich die Art Citellus primigenius KORMOS, die mit gut erhaltenen Mandibeln belegt ist. Die einzige Schläferart ist eine grössere Form von Glis, etwa in die Grössen­kategorie von G. sackdillingensis HELLER fallend (LängeXBreite des M x 1,7x1,7, des M 1 1,5XE8, des M 2 1,5x1,7 mm). Prospalax priseus NEHRING ist mit Schädelbruchstücken und ganzen Mandi­beln recht gut belegt. Unter den echten Mäusen befindet sich eine kleine und eine grössere Form von Apodemus sowie Micromys cf. praeminutus KRETZOI in der Fauna. Die Cricetiden in engerem Sinne repräsentiert nur eine Art, die höchstwahr­scheinlich mit AUocricetus éhîki SCHAUB identifiziert werden kann, obzwar die Variationsbreite der unteren Zahnreihe etwas unter der bis jetzt bekannten liegt (Zahnreihenlängen 4,5-5,6 mm, morphologisch kein Cricetinus). In der Zusammensetzung der hier geschilderten Fauna wirkte ausser dem Eomyiden nach dem ersten Auslesen auch eine andere altertümliche Form sehr fremdartig. Im Material zweier verschiedener Niveaus wurde nämlich je ein Zahn von einem typischen Trilophomys gefunden (siehe Abb. 1). Die Funde bestehen aus einem M x (oberes Niveau) und einem M 2 (tieferes Niveau). Besonders charakteris­tisch ist der M l5 mit den drei, hintereinander liegenden Schmelzfeldern und der mit einer Hochkronigkeit kombinierten „Brachyodontie". Die Zähne gleichen in allen Einzelheiten mit den bei SCHAUB (1940) und FEJEAR (1961) abgebildeten Exemplaren. Die Länge der Kaufläche beträgt bei diesem Stück 1,5 mm, die grösste Länge der Zahnkrone (bei der Verdickung) 2,1 mm. Durch die Liebenswürdigkeit von J. MICHAUX (Montpellier) habe ich einen entsprechenden Zahn von der ober­pliozänen Fundstelle Seynes zur Hand bekommen (MICHAUX, 1965). Dieser letzt­genannte M l von Trilophomys pyrenaicus DEPÉRET ist von ähnlichem Lebens­alter, wie das Exemplar von Osztramos, die Differenz ist aber im Gesamtbild und Abb. 1. Trilophomys aff. schaubi FEJFAR, linker Mp, a) von der Kaufläche, b) von innen (lingual) gesehen; Osztramos, Fundstelle 3 Abb. 2. Mimomys cf. pliocaenicus FORSYTH-MAJOR, rechter M X von der Kaufläche gesehen; Osztramos, Fundslelle 3

Next

/
Thumbnails
Contents