Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 58. (Budapest 1966)
Báldi, T.: Die oberoligozäne Molluskenfauna von Eger und die Neuuntersuchung der Schichtfolge
Fauna des Molluskentones (Abschnitt „Xj" und „x 2 ") Diese Fauna wurde in der früheren Literatur ziemlich vernachlässigt. Anhand des uns zur Verfügung gestandenen Materiales haben wir 71 Arten bestimmt (vgl. Tabelle I), während NOSZKY (1936) bei nicht mehr als nur 38 Formen das Auftreten „in den tieferen Horizonten" erwähnt. TELEGDI-ROTH (1912) datierte die Molluskentone vom Mitteloligozän, da sie ihm mit dem Kisceller Ton identisch zu sein schienen. MAJZON (1942) nach Studium der Foraminiferen bestimmte dagegen auch die Molluskentone als Oberoligozän. Laut BENKŐNÉ—CZABALAY (1958) kämen in Schicht „x^' 101, in „x 2 " 130 Arten vor und bestünden 58,4% der Fauna in der ersteren und 63,7% der Fauna in der zweiteren aus miozänen Formen. In der Nähe der Stadt von Eger, bei Novaj sind die Molluskentone in derselben Lagerung aufgeschlossen, wie in der Ziegelfabrik und daraus wurden 29 Arten beschrieben (BÁLDI et al., 1961), deren chronologische Verteilung auf folgende Weise charakterisiert wurde: 28% durch oligozäne, 38,4% durch miozäne, 27,4% durch persistente und 7% durch endemische Formen vertreten. Diese Molluskenfauna für typische „Grenzfauna" haltend — die übrigens mit demselben Motiven dem Chatt zugeordnet werden könnte, wie dem Aquitan —, zogen wir die Oligozän/Miozän-Grenze — im Einklang auch mit den Ergebnissen der Untersuchungen an Miogypsinen — im oberen Teil des Molluskentones. In jüngster Zeit wurde der Molluskenton mitsamt seiner charakteristischen Fauna auch im Tiefliegenden des Borsoder Kohlenbeckens, 50 km von Eger nachgewiesen (BÁLDI RADÓCZ, 1965). Nach der Zusammenfassung der Angaben der Tabelle I weist die Fauna folgendes Bild auf: Paratethys Tethys Boreale Prov. Atlantische Prov. Miozäne Arten 18% (28%) 11% (15%) 7% (11%) 8% (10%) Oligozäne Arten 18% (30%) 7% ( 8%) 11% (15%) 10% (10%) Persistente Arten 8% (11%) 4Q/ 0 ( 8%) 13% (13%) 6% ( 7%) Insgesamt: 44% (69%) 22% (31%) 31% (39%) 24% (27%) Die obigen Ziffern zeigen, dass mit wieviel Prozentsatz in der aus 71 Arten bestehenden Fauna des Egerer Tones z. B. die in der Paratethys nur aus dem Miozän bekannten Formen (18%), oder z. B. die in der Borealen Provinz persistenten Formen (13%) vertreten sind. Die zusammenfassenden Angaben in der Basis der Tabelle stellen die zoogeographischen Beziehungen klar. Die Werte in den Klammern bedeuten dasselbe, wie die ohne Klammer, nur sind sie mit den Werten der nächst verwandten Formen ergänzt. Auf Grund der in der Tabelle angeführten Angaben ist der endemische, selbständige Charakter der Fauna auffallend: nur die Hälfte der Arten kommt auch in den ausserhalb Eger liegenden Teilen der Paratethys vor. Trotzdem kommt die nähere Verwandschaft mit der borealen Fauna im Verhältnis zu der atlantischen und der mediterranen recht zum Ausdruck. Es ist interessant zu bemerken, dass in der Mediterranen Provinz grössere Ähnlichkeit mit den miozänen Faunen, in der Borealen und Atlantischen Provinz aber mit den oligozänen Faunen wahrgenommen werden kann. Auch diese Tatsache beweist die Eventualität des Auftretens der Fazies, die Lücken und Ungleichmässigkeiten in den Kenntnissen über die verschiedenen Gebiete Europas, was uns zur Vorsicht bei den Korrelationen ermahnt.