Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 58. (Budapest 1966)

Báldi, T.: Die oberoligozäne Molluskenfauna von Eger und die Neuuntersuchung der Schichtfolge

vom Fels am Wagram (SCHAFFER, STEININGER), die Schichtfolge des Kaltenbachgrabens aus den Molassen von Südbayern (HÖLZE) und schliesslich die Fundorte Korod (Corus) und Pîrîul Sälätruc (RAILEANU & NEGULESCU). Zur Grenzziehung zwischen dem Oligozän und Miozän konnten wir natürlich die mit der Egerer Fauna gleichaltrigen Faunen inner­halb der Paratethys (Kovácov, Törökbálint, Diósjenő, Bad Tölz usw.) nicht heranziehen, weil sonst wir auf den Irrtum der Tautologie verfallen hätten. Im einstigen Becken der Nordsee liegt der von BEYRICH ausgewählte Typus des Oberoligozäns, das „Sternberger Gestein". Seine Fauna (KOCH) stimmt mit derjenigen des Kasseler Meeressandes überein, der als Typus des von FUCHS später eingeführten Stufennamens, des Ohatts, angenommen wird. Innerhalb der nach der Evolutionsfolge der Pectiniden weiter gegliederten Chatt-Stufe (HÜBACH, GORGES, ANDERSON) füllt der Stratotypus bei Kassel nur den tiefsten Basishorizont (Eochatt) aus (vgl. ZÖBELEIN). Ein vollständiges Profil wird vom Doberg bei Bünde geboten. Nach GORGES besteht in Kassel 19% der Fauna aus miozänen Elementen, in den jüngeren Horizonten des Hoberges wäre also auch noch ein grösserer Prozentsatz zu erwarten. Anhand des Strato­typs des Oberoligozäns ist somit zulässig, auch die Faunen mit 20% von miozänen Ele­menten ins Oberoligozän einzureihen. Auf Grund der obigen Ausführungen halten wir also für Oligozän aus der borealen Faunaprovinz die Faunen von Kassel, Doberg, Astrup, Niederrhein (Moers), S-Limburg, sowie die noch älteren Faunen in Dänemark, Holland, Belgien, Nord-Deutschland, NW-Polen. Als Quellenschriften zum Vergleichsstudium haben die zeitgemässen Monographien des letzten zwei Jahrzehntes aus der Feder von ALBRECHT & VALK, ANDERSON, GLIBERT, GORGES, HEERING, HUBACH, TEMBROCK, WOZNY gedient. Auf Grund ANDERSONS Korrelationstabelle (1961) halten wir für Miozän die Vierländer Schichten, den oberen Teil der Itzehoeer Schichten, die Fauna von Klin­tinghoven, sowie die den jüngeren Stratigraphischen Stufen (Hemmoorer Stufe usw.) zugeordneten Faunen (siehe ihre Bearbeitung in den Arbeiten von ANDERSON, GLIBERT, GRIPP, HEERING, HINSCH, IJSPEERT, KAUTSKY, RASMUSSEN, SORGENFREI, VOORTHUY­SEN). Im Typusgebiet SW-Frankreichs werden die ^sieWa.s-führenden groben Kalke des Aquitanischen Beckens seit einem Jahrhundert als gleichaltrig mit der mitteloligozänen (Gaaser) Fauna des Adour-Beckens angesehen. Auch im Laufe der neuesten Unter­suchungen (ALVINERIE et ab, 1964) wurde es darauf geschlossen, dass das Oberoligozän im Aquitanischen Becken entweder durch eine Sedimentationslücke vertreten, oder vom Rüpel untrennbar wäre. Unterschiedlich davon ist der Fall im Adour-Becken. Neuer­dings gehen viele Debatten über das Alter der Formation vor sich, die von CSEPREGHY­MEZNERICS (1964) Schichten von Peyrère, von POIGNANT (1964) Schichten von Bélus (,, couches de Bolus") und von SZÖTS et al. (1964) Schichten von Escornebéou genannt wurde und im wesentlichen einen und denselben Mollusken­—Lepidocyclinen-Mergel­komplex darstellt. Diesen Komplex hielt schon DOLLFUS (1917) anhand der Pectiniden für älter als das Typusprofil des ,,Aquitans" im Aquitanischen Becken und ordnete ihn daher ins Oberoligozän ein. PEYROT (1933) setzte beim Abschluss der grossartigen, volu­minösen Mollusken-Monographie das Alter der ,, faune de Peyrère" ebenfalls im Ober­oligozän fest. DROOGER (in DROOGER et ab, 1955) nahm denselben Standpunkt erst nach dem Studium der Miogypsinen ein. CSEPREGHY-MEZNERICS (1964) kam auf Grund der von ihr vorgenommenen stratigraphischen Analyse zur Feststellung, dass ,, . . . la faune de Peyrère (et autres) a un caractère tout à fait différent de celle du Bordelais et du Bazadais. Elle est en effet plus âgée que la faune de ces derniers gisements" (456). SZÖTS et al. (1964) sind der Meinung, dass die Schichten von Escornebéou, deren Mächtigkeit sich über 200 m beläuft, ,, . . . occupent nettement une position intermédiaire entre les calcaires â Asterias et les niveaux de TAquitanien-Burdigalien de Saucats-Cestas. Elles représentent le sommet de l'Oligocène" (433). Ziemlich allein bleiben folglich mit ihrer Meinung EAMES et al. (1962), die die Schichten von Bélus ins Aquitan stellen, sowie POIGNANT (1964), der die Oligozän/Miozän-Grenze innerhalb dieses Komplexes zu ziehen sucht. Auf die Einzelheiten der diesbezüglichen heftigen Debatte, die SZÖTS, EAMES et al. und DROOGER miteinander geführt haben, kann hier nicht eingegangen werden. Die Malakologen — mit Ausnahme von Cox (in EAMES et ab, 1964) —halten die Schichten von Bélus — Peyrère einstimmig für Oberoligozän, was zu unserer stratigraphischen Ana­lyse wir auch annehmen. Die grosse Mehrheit der Invertebraten-Paläontologen sieht die von MAYER (1857) „aquitanisch" genannten Schichten als das älteste Glied des Miozäns im Aquitanischen Becken an. Mayers Typusprofil ist zwischen Saucats und La Brede durch das Bett eines Baches aufgeschlossen (,,... der Rinne des Baches von Saucats und la Brede" (Mayer,

Next

/
Thumbnails
Contents