Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 58. (Budapest 1966)

Debreczy, Zs.: Die xerotherm Rasen der Péter- und Tamás-Berge bei Balatonarács

Wesentlich mehr hat J. BERNÁTSKY (BORBÁS—BERNÁTSKY 1907) geboten, indem er mit seinen Mitteilungen bereits auch die Stimmung der Landschaft treffend charak­terisierte. Er stellte zuerst fest, dass die balatoner Schibljak-Formation als eine nörd­liche „Ausstrahlung" des ihr entsprechenden mediterranen Gebietes aufgefasst werden kann, jedoch ohne Immergrüne. Er beschreibt sehr anschaulich die dort entstandenen Karstbusch-Wälder und die Mosaiken der xerothermen Rasen, solche Kennarten der felsigen Standorte heraushebend, wie: Allium flavum, Artemisia saxatilis, Sedum album, Sempervivum hirtum, Teucrium montanum, Veronica spicata, usw. (s. diesbezüglich neuer­dings P. JAKUCS 1961, S. 207). Die erste Mitteilung aus diesem Gebiet mit zönologisehem Charakter stammt von R. Soó aus dem Jahre 1930. Er veröffentlicht unter dem Einzelnamen Stipa joannis — Carex humilis ass. die zusammengezogene Aufzählung der xerothermen Rasen der Berge über Balatonfüred—Arács—Csopak. Diese Aufzählung erscheint wieder, erweitert und umgewertet, im Anhang seiner über die Soproner Wälder verfassten Abhandlung (1941). Die Caricetum humilis balatonicum genannte Assoziation ist eigentlich die erste zönolo­gisehe Beschreibung der xerothermen Rasen unseres Gebietes. Obwohl seitdem mehrere Zönologen die Berge von Arács besichtigt haben, wurde bis zu der vorliegenden Abhandlung keine neuere, eich auf Aufnahmen begründete Mit­teilung veröffentlicht. Beschreibung der xerothermen Rasen des Gebietes Wir können auf den südlich-südwestlichen Abhängen der Tamás- und Péter­Berge, sowie auf den felsigen Teilen des Plateaus abwechslungsreiche Erscheinung­Formen der xerothermen Rasen vorfinden. Von der ersten rasigen Vegetation der Ireien Felsen bis zu den, mit der Vertieferung des Bodens pararellel auftretenden, geschloseneren Rasen zeigt sich ein sehr grosser Reichtum an Erscheinungs-Formen. Fast als winzige Mosaiken wechseln sich von einem Meter zum anderen die kahleren­offenen und die rasigen-geschlossenen Rasenflecke. Neben diesen erobern sich — be­sonders auf dem Tamás-Berg — wegen degradations-Ursachen (Sukzessions-Stadien nach verlassenen Weinstock-Kulturen, bzw. Bodenerosionen) auch die sekundären Rasen-Gesellschaften einen geräumigen Platz. Ich habe auf dem untersuchten Gebiet aus den sich im ursprünglichen Zustand befindlichen Rasen 60, aus den sekundären Gesellschaften 23 Aufnahmen verfertigt. Bei der genauen Feststellung der zönologi­schen Verhältnisse und der Beschreibung der zönologischen Einheiten habe ich während meiner Aufnahme-Tätigkeit die in der einheimischen Literatur gefolgte Methodik angewendet (Soó—ZÓLYOMI 1951). Die Grösse meiner Aufnahme-Fläche betrug 4x4 m; selbstverständlich hat sie sich öfters nach den Grenzen der Bestände gerichtet. Auf Grund von Ökologie und Habitus schienen sich die natürlichen Rasen in drei scharf abgegrenzten Typen zu unterscheiden : 1. felsiger, kahler, felsenrasen-artiger Typ, 2. geschlossener Hasen-Typ, 3. besonders auf den Kalksteinen des Plateaus ent­standener Steppen-Abhang-Typ. Nach der tabellarischen Bearbeitung der drei Typen stellte es sich aber heraus, dass sich diese auf der Assoziations-Stufe nicht differenzieren. Zuerst versuchte ich den felsigen-kahlen-Typ mit der, aus dem Unga­rischen Transdanubischen Mittelgebirge beschriebenen, Seseleo leueospermi — Festu­cetum pallentis-Assoziation zu vergleichen, hier aber fehlen solche Kennarten wie Biscidella laevigata, Dianthus serotinus var. dolomiticus, Draba lasiocarpa, Euphorbia segueriana, Seseli leueospermum, usw., und auch die Rolle von Festuca pollens ist in den Beständen von minderem Wert. Hier möchte ich erwähnen, dass nördlich des erwählten Mustergebietes, auf den Dolomit-Abhängen der Koloska-Quelle und in derer Nachbarschaft kann man Seseleo leueospermi — Festucetum pallentis bereits zusammen mit ihren Kennarten, in typischer Ausbildung, vorfinden. Den auf Kalk­stein entstandenen Steppen-Typ habe ich mit Diplachno —Festucetum sulcatae bal ato­15 Természettudományi Múzeumi Évk. I960.

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