Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 57. (Budapest 1965)
Bondor, L.: Untersuchung glaukonitischer oligozän Gesteine im Nordöstlichen Mittelgebirge
ANNALES HISTORICO-NATU RALES MUSEl NATIONALIS HUNGARICI Tomus 57. PARS M1NERALOGICA ET PALAEONTOLOGICA 1965. Untersuchung glaukonitischer oligozän Gesteine im Nordöstlichen Mittelgebirge Von L. BONDOR, Budapest. Trotz Kenntnis mehrerer rezenter Vorkommen hält die klassische Literatur Glaukonit für ein sonderbares Gebilde und behandelt es als das einzige im Meer gebildete Silicat, Die Erkenntniss glaukonitischer Gesteine verschiedensten Alters der letzteren Jahre — besonders aus Tiefbohrungen — richtete die Aufmerksamkeit wieder auf obige Frage, deren Beantwortung von neuen Betrachtungen geschah. Die erste und wichtigste Frage ist, ob Glaukonit ein Mineral ist, und wenn ja, müssen die mineralogischen Kennzeichen, in erster Reihe seine Struktur bestimmt werden. Mit dem Fortschritt der Kenntnisse über Tonmineralien verlor Glaukonit seine besondere bevorzugte Lage, da er strukturell wie auch genetisch gut in die Gruppe der Tonmineralien passt. Die Behauptung, dass sein Erscheinen mit einem geologischen Zeitalter oder Abschnitt verbunden ist, erwies sich falsch. Die Glaukonitforschung neuerer Anschauung kann auf die erste der oben gestellten Fragen, ob nämlich Glaukonit ein Mineral sei, nicht immer eine positive Antwort gegeben werden. Der Feldgeologe betrachtet oft solche grüne Körner, die eine Mischung verschiedener Tonmineralien sind, für Glaukonit. Die Feststellung kann aber nur mit Hilfe von Röntgenaufnahmen, chemischer Analyse und elektronenmikroskopischer Untersuchung geschehen. Die Untersuchung der ungarländischen Glaukonit-Vorkommen wurde auch zeitgemäss. Nach den Arbeiten von MARGIT HERRMANN, KÁLMÁN KORIM, JÓZSEF FÜLÖP, JÁNOS MEISEL & OSZKÁR LIBOR, sowie verschiedener kreide-, eozäner-, oligozäner- und miozäner Sedimente, kam die Reihe auf die miiipralogiseh-petrographische Verarbeitung der cattischen Stufe des Nordöstlichen Mittelgebirges, der sog. glaukonitischen Sandsteinschichtenfolge. In dieser Arbeit berichten wir nur die auf Glaukonit bezüglichen Feststellungen, mit der Untersuchung der Schwermineralien der Sandsteinschichtenfolge befassen wir uns in einer nächsten Arbeit. Westlich von Salgótarján, aus der Umgebung von Kishartyán, Sóshartyán, Nógrádmegyer, Karancsság, Szécsény, wie aus der weiteren Umgebung von Istenmezeje wurden 140 Proben eingesammelt und untersucht. Auf Grund dieser Untersuchungen erwies sich der gesamte Glaukonitgehalt der Sandsteinschichtenfolge als autigen und einheitlicher Genetik. In meiner im Jahre 1960 erschienen Arbeit bezeichnete ich auf Grund zweier Muster den Glaukonit der oberen Schichten der cattischen Stufe für allotigen, betonte aber die Notwendigkeit einer ausführlichen Untersuchung. Jetzt erwies sich die Unrichtigkeit der damaligen Feststellung. Diese mächtige Geröllschicht lagerte sich am Seeuferrand im Bereich des starken Wellenschlages ab, was ausser der Querschichtigkeit auch die Kurve der Zusammensetzung der Körner beweist. Vom petrographischen Gesichtspunkt ist es mittel- und grobkörniger Sandstein, oder schotteriger Sandstein, allgemein kleinen Kalkgehaltes. Neben Quarzit, Chloritschiefer und anderem metamorphen Gesteingerölle, weisen auch die Schwermineralien von 0,1 — 0,2 mm Durchmesser auf ein metamorphes Abbaugebiet. Die durchschnittliche Menge der Granaten beträgt 40—50%, erreicht aber auch 84%. Viel Turmalin, weniger Staurolith und Epidot, wenig, aber in den meisten Mustern anwesender Disthen und an ein bis zwei Stellen vorkommender