Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 57. (Budapest 1965)

Kretzoi, M.: Die Hipparion-Fauna von Györszentmárton in NW-Ungarn

zwei rechte und ein linkes Hornzapfenstummel mit angrenzenden Schädelknochen­partien, rechter Unterkieferkörper mit P 4-M 3 und den Alveolen von P 2-P 3 ; altes Tier (Ex. ,,A") Maxiilafragment mit MUM 2 eines alten Tieres (cf. „A"), Mandibelfragment der linken Seite mit M r M 3 (letzterer im Ausbrechen), („B") Mandibelfragment der linken Seite mit M x-M 3 , letzterer im Ausbrechen („C"), M 3 der linken Seite, schwach angeschliffen (,,D"), Unterkieferfragment der rechten Seite mit P 4-M 3 , letzterer im Ausbrechen; Unterkiefer­körper schwächer als bei Ex. ,,B" oder „G" (,,E"), drei rechte Maxillafragmente, zwei mit MUM 2 , das dritte mit M 2 ; alle befinden sich auf gleicher Abkauungsstufe und an zwei ist noch die Spur der Alveolenwand eines bereits in Ausbrechen befindlichen M 3 zu erkennen, wonach sie auf Ex. „B-C", bzw. ,,E" bezogen werden können. Distalende eines rechten Humerus. Das ganze vorliegende Alaterial in Betracht gezogen, kann auf das Vorhanden­sein von Besten von wenigstens 5 Tieren geschlossen werden. Beschreibung und Vergleiche; Obwohl das uns zum Studium vorliegende Mate­rial nicht besonders gross ist, reicht es doch zur Feststellung der wichtigsten Merk­male von Hornzapfen und Bezahnung und Vergleich mit anderen Gazellenarten der Hipparion-Faunen gut aus. An den Hornzapfen ist ihre Einpflanzung am Schädelknochen nicht sicher fest­stellbar, nachdem kein zusammenhängendes Hornzapfenpaar erhalten geblieben ist. So kann bloss vermutet werden, dass sie weder auffallend divergierend, noch unge­wöhnlich steil, oder zurückfallend am Schädeldach sassen. Selbst die Hornzapfen sind ziemlich klein, sehr wenig und gleichmässig nach hin­ten gebogen. Im Querschnitt sind sie fast kreisrund. Die Oberfläche ist mit seichten Längsfurchen bedeckt, die sich hinten zu einer — von zwei hervorspringenden star­ken Längsrippen begrenzten — mehr-weniger markanten Längsrinne verstärken. Da­durch wird auch die Querschnittform hinten etwas ausgezogen. Mit den bereits bekannten Gazellenarten der Hipparion-Faunen verglichen sprin­gen vorerst die auffallend kleinen Dimensionen und der fast runde Querschnitt der Győrszentmártoner Gazelle hervor, was aus folgenden Zahlen klar hervorgeht : (S. 138). Die eindeutig kleinen Dimensionen und fast kreisrunde Querschnitt der Hornzap­fen grenzt die Győrszentmártoner Form so von den anderen Gazellen der Hipparion­Faunen des Karpatenbeckens (Baltavár, Polgárdi), wie auch von solchen weiterer Fundstellen scharf ab. (S. 139). Dies kann auch durch die um 9 cm liegende Hornza­pfenlänge der Tiere unserer Form gegenüber den 13— 18 cm messenden Längen anderer Formen unterstützt werden. Was den Ablauf der Hornzapfen anbelangt, sind die Stücke von Győrszentmár­ton durch sehr gleichmässige, schwache Krümmung gekennzeichnet, was von den im unteren Drittel stark gekrümmten, von da an fast geraden Hornzapfen der deperdita­Gruppe, oder mehr-weniger gleichmässig, doch viel stärker gebogenen Hornzapfen der capricornis-Ovunne scharf zu unterscheiden ist, welch letztere sonst in der Querschnitt­form durch die hintere Leiste noch am meisten Anklang an unsere Form aufweist. Auf die Merkmale der Bezahnung übergegangen sind drei Kennzeichen besonders hervorzuheben: die — mit den Hornzapfen gleichdeutend — kleinen Dimensionen, die Brachyodontie der Backenzähne und das Auftreten von deutlichen Basalpfeiler­chen an den Molaren, neben denen als viertes mitunter der komplizierte Bau des P 4 erwähnt werden könnte. Zur Veranschaulichung der Grössenunterschiede unserer Gazellenform gegenüber den übrigen Gazellen des Karpatenbeckens der Hipparion-Faunen dient folgener Ver­gleich :

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