Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 55. (Budapest 1963)

Cziffery-Szilágyi, G.: Beiträge zur Kenntnis der Tertiärflora Ungarns

BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER TERTIÄRFLORA UNGARNS 53 Sajómercse durch zwei Exemplare vertreten sind, weist auf die Ausgeglichenheit des Klimas hin. Alnus kefersteinii (GOEPP.) UNG. — Syn. Plant, foss., 1845, p. 2. — Alnites kefersteinii GOEPP . — Nova Acta, 2, p. 464, T. XLI, f. 1 — 19. — An einem der Reste können die für die Art Alnus kefersteinii (GOEPP.) UNG. charak­teristischen Eigenheiten ganz deutlich erkannt werden. Das rundlich-längliche Blatt ist am Rand zweifach kleingesägt. Die sekundären Adern laufen in die Hauptzähne, ihre Verzweigungen hingegen in die kleinen Zähne. Alnus kefer­steinii (GOEPP.) UNG. ist eigentlich eine auf Zapfen gegründete Art und lediglich UNGER legt in seiner Arbeit Chloris protogaea (1847) p. 115—116, T. XXXIV. f. 4. ein Blatt bei. Dieses Blatt hat fünf Paar Seitenadern und ist an der Basis gerade abgeschnitten. Das in unserer Sammlung vorliegende Blatt stimmt in Aderung, Blattrand und Aderzahl (wahrscheinlich waren es 6 Paare) sowie darin, dass die einzelnen Adern mehr oder weniger gegenständig sind, trotz seinem keilförmigen Grund mit der Abbildung UNGERS üb erein. Dennoch gehört das Blatt unseres Erachtens in den Formenkreis von Alnus kefersteinii (GOEPP.) UNG. Alnus sp. — Ausser dem Blatt Alnus kefersteinii (GOEPP.) UNG. liegen in dem Material von Sajómercse auch sonstige für die Gattung Alnus charakteris­tische Aderungen aufweisende und genauer nicht bestimmbare Blattreste vor. An einzelnen Resten ist die Aderung gut sichbar, an anderen Fragmenten weist hingegen der Blattrand darauf hin, dass das Stück unzweifelhaft als zu dieser Gattung gehörend angesehen werden kann. Carpinus neilreichii Kov. — Arb. geolog. Gesellsch. f. Ungarn, I, 1856, p 23, T. IV, f. f — 4. — KOVÁTS beschrieb in seiner oben erwähnten Arbeit die Carpinus neilreichii-Früchte aus der sarmatischen Flora von Erdőbénye. Aus­serdem ist auch ein sehr schönes und gut erhaltenes Blatt dargestellt. Auch von Sajómercse liegt ein unvollständiger Blattrest vor, der in Form, Grösse, und Aderung vollkommen mit dem von KOVÁTS beschriebenen und dargestellten Blatt übereinstimmt. Es muss als hierher gehörend betrachtet werden, obwohl die Carpinus-Blätter sehr schwer genau voneinander unterschieden werden kön­nen. Eine artenmässige Bestimmung kann genau nur dann erfolgen, wenn auch Früchte vorgefunden werden. Das Exemplar von Sajómercse erreicht nach seiner Ergängzung eine Länge von 3,5 cm, ist an der breitesten Stelle 2 cm breit, besitzt lü— 11 Paar ziemlich steife sekundäre Adern und einen doppelt gesägten Rand. Carpinus Arten sind in Ungarn bereits vom Oligozän an bekannt. Die Gattung zeigt im jüngeren Miozän grösseren Artenreichtum. Ficus sp. (Abb. 2—3.) — Aus Sajómercse liegen zwei Reste (beide unvoll­ständig) vor, welche auf die Gattung Ficus hinweisen. Die Länge des Blattes durfte 8— 10 cm, die Breite an der breitesten Stelle etwa 3,2 cm betragen haben. Der Rand des Blattes ist ganz. Die Form ist länglich-lanzettlich mit kielför­migen Grund, jedoch am Grund selbst schmal abgerundet. Die Spitze ist scharf zugespitzt, fast eine Tröpferspitze. Aus der Basis des Blattes läuft beiderseits parallel zum Blattrand je eine Ader gegen die Spitze zu. Diese anastomisieren in der Nähe des Blattrandes mit den folgenden Sekundärnerven. Die obere Seiten­aderung ist verhältnissmässig lose, die Adern laufen unter einem grossen Winkel aus, und sind in einem grossen Bogen kamptodrom. Der Stiel ist in einer Länge von 5 mm erhalten und dünn. Das Blatt erscheint nach den Resten geurteilt hart gewesen zu sein, war also immergrün.

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