Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)
Cziffery-Szilágyi, G.: Beiträge zur Kenntnis der Tertiärflora Ungarns
Dieser Farnrest stellt einen aus zwei ungleichen Lappen bestehenden Wede dar. Der kleinere Lappen ist 2 cm lang und 1 cm breit. Der grössere ist im unteren teil ebenfalls 1 cm breit, gegen die Spitze zu dagegen breiter. Die Länge kann nicht festgestellt werden, da der Spitzenteil fehlt. Der vorhandene Teil ist 3,5 cm lang. Die eigentümliche dichotome Aderung weist zweifellos auf einen Farn. Die Form des Wedels lässt auf die Gattung Lygodium folgern. Osmunda und Pteris, deren gewisse Arten eine ähnliche Aderung besitzen, können nicht in Betracht kommen, da die Seitenadern mehr als zweimal gebeiig verzweigen. Ich verglich unsere Fossilie mit den im Herbar des Naturwissenschaftlichen Museums liegenden Lygodiu/re-Exemplaren. Unter denen entspricht sie noch am meisten dem L. palmatum Sw. mit dem Unterschied, dass die Lappen unsere^ Farnes breiter sind. Beide besitzen aber die gemeinsame Eigenschaft, dass der in der Mittellinie des Wedels dahinlaufender Mittelnerv nicht bedeutend stärker ist, als seine Seitenzweige und da auch er selbst aus Gabelzweigen zusammengesetzt ist, zickzackig läuft. Eine solche Aderung besitzt unter den rezenten Arten auch L. scandens (L.) Sw. dessen Grundlappen aber nie so stark entwickelt ist als der unseres Farnes. Die Beziehungen zu L. palmatum Sw. sind aber auch nicht so eng, dass wir seine Ökologie für unsere Art in allem übernehmen. Während nämlich L. palmatum Sw. an die Temperatur einen verhältnismässig geringen Anspruch aufweist, betrachten wir unsere Art als einen Farn, der unter einem wärmeren Klima lebte und so nehmen wir eher die Ökologie der tropischen Arten als massgebend. Die Gattung Lygodium war in der geologischen Vergangenheit zeitlich, wie auch räumlich sehr verbreitet. Im Mesozoikum spielte sie vom Anfang der Juraformation an eine hervorragende Rolle. Im Eozän war sie beinahe kosmopolitisch. In der Gegenwart lebt sie hauptsächlich in den Tropen. Unter den tertiären Lygodïum-Arten war L. kaulfussii Heer am verbreitetsten. Die Art wurde aus Amerika, aus Europa von vielen Fundorten und aus der Mandschurei nachgewiesen. Unser Exemplar unterscheidet sich von L. kaulfussii Heer darin, dass seine Wedel 2 bis 2 1/2-mal grösser sind. So können wir unseren Farn nicht zu dieser Art rechnen. Soviel ist aber sicher, dass er in die Sektion Palmata gehört. Zur Zeit kennt man etwa 40 lebende Lygodium-Arten. Einige unter ihnen besitzen eine sehr grosse Verbreitung in den Tropen der Alten und Neuen Welt. Subtropische Arten sind : L. palmatum Sw. auf der nördlichen Halbkugel ; im atlantischen Nordamerika reicht er gegen Norden bis Pennsylvanien, gegen Süden bis Tennessee und Florida. L. japonicum (Thbg.) Sw. ist von Japan gegen Süden bis Neuseeland verbreitet. Die tropischen Lygodien kommen hauptsächlich in sekundären Strauchgesellschaften vor und verleihen diesen einen eigenartigen Zug. Sporangien bilden .sich nur an den der Sonne und der Luft ausgesetzten, freistehenden Blättern. Junge Pflanzen findet man auch in massig schattigen Wäldern, doch Abb. 3. Lygodium latifolium n. sp. — Farnrest.