Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Párducz, B.: Bewegungsbilder über Didinien

der ringsherum gleichmässig verteilten Zilien muss also auch hier irgendwelche Asymmetrie der gegenüberliegenden Seiten vorhanden sein. Diese Asymmetrie kann nicht morphologisch bedingt sein (z. B. kleinere, erblich festgelegte Unter­schiede in die Länge oder in die Verteilungsdichte der Zilien), sonst würde das Tier immer eine bestimmte Bahnform einhalten. Die Wirklichkeit ist hingegen, dass die Schwimmform zeigt in die Steilheit und in die Weite der Schrauben­bahn äusserst verschiedenes Bild (Abb. 1 und 2). Es ist daher offensichtlich, dass bei der Erzeugung der von der geradlinigen abweichenden Bewegungs­bahnen lediglich irgendwelche physiologische Asymmetrien, also zeitweilige Unregelmässigkeiten in der Verteilung der Ruderkräfte auf der antagonistischen Körperseiten verantwortlich sein können. Laut theoretischen Überlegungen kann diesbezüglich auch die metachro­nische Schlagart der Zilien innerhalb der Wimperkränzen in Betracht kommen. Die Voraussetzung ist aber dafür eine so lang ausgezogene metachronische Welle, dass in beiden Wimperkränzen gleichzeitig nur eine, oder aber wenige und ungleich verteilte Zilien bzw. Ziliengruppen sich im Stadium des wirksamen Schlages befinden. Die andere, wahrscheinlichere Möglichkeit ist, dass sich innerhalb beiden Wimperkränzen die Intensität oder die Richtung des Schlages — eventuell auch gleichzeitig beide — von Zeit zu Zeit lokal verändert. Es ist äusserts schwer bloss auf Grund theoretischen Bedenken auf die Genese einer Raumkurve bzw. auf die Faktoren die ihre charakteristische Eigenschaften bestimmen richtige Schlüsse zu ziehen. So ist es verständlich, dass bezüglich der Schraubenbewegung, besonders deren Erklärung, neben zahlreichen wertvollen Feststellungen (Jennings, 1914 ; Alverdes, 1922; Bullington, 1925; G elei, 1926 ; Doflein-Reiche­n o w , 1949) auch einige falsche Anschauungen in der Fachliteratur einge­wurzelt sind. Es ist der Verdienst L u d w i g's (1929) auf selbe aufmerksam gemacht zu haben und nach Zusammenfassung der diesbezüglichen Sätze der Differentialgeometrie wies dieser Autor auch auf jene mechanische Kräfte hin, auf Grund deren die verschiedene in der Natur vorhandene Schraubenbahnen zustande kommen können. In erster Linie auf seine Ausführungen gestützt, versuchen wir im folgenden aus den charakteristischen Eigenschaften der er­haltenen Bahnbilder auf die zugrunde liegende Zilientätigkeit von Didinium manche Rückschlüsse zu ziehen. Wie schon erwähnt, finden wir unter den Bahnformen der Didinien sozu­sagen alle möglichen Abarten der Schraubenlinien : der Steigwinkel variiert zwischen 45°—90° und gleichzeitig schwankt die Weite der einzelnen Schrauben­windungen von 0 bis 400 LI. Bei der Betrachtung eines freischwimmenden Didi­niums erhalten wir zumeist den Eindruck, dass die Längsachse des Tieres mit der Schraubentangente zusammenfällt. Nur viel seltener meinen wir solche Tiere beobachten zu können bei welchen die Körperlängsachse der Schrauben­achse parallel gerichtet ist. Der erste Fall weist offenbar darauf, dass die rota­torische Komponente der Triebkräfte ringsherum gleich gross sind, die trans­latorischen hingegen in irgendwelchem Punkt der Körperoberfläche ins Über­gewicht kamen. Im zweiten Fall hingegen können wir nur in der Verteilung der rotatorischen Kraftkomponenten eine Asymmetrie voraussetzen. Laut L u d w i g's überzeugenden Ausführungen muss die lokomotorisch wirksamere Körperseite der Schraubenachse ständig abgewandt sein. Im Falle von Didinium ist natürlich — wegen Fehlen körperlichen Asymmetrien — die bei der Schraubenbewegung nach aussen gekehrte Seite morphologisch nicht

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