Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Párducz, B.: Bewegungsbilder über Didinien

Die Untersuchungsmethoden waren identisch mit jenen, die wir bei der Analyse der Bewegungsformen von Paramecium seit einigen Jahren schon mit Erfolg angewendet haben : einerseits die Registrierung der Bewegungsbahn der lebenden Tiere mit Hilfe von photographischen Aufnahmen bei Dunkelfeld­beleuchtung und anderseits die Anwendung des Schnellfixierungsverfahrens wäh­rend Ausführung der einzelnen Bewegungsformen, zur Festhaltung der momenta­nen Zilientätigkeit. Diese Methoden wurden auch jetzt ergänzt durch die Beobach­tung der Bewegungen des Zellkörpers, der metachronischen Zilienwellen sowie der Einzelzilie selbst mit Hilfe eines gewöhnlichen bzw. eines stereoskopischen Mikroskops. Die charakteristischen Eigentümlichkeiten der Bewegung von Paramecium sind bekanntlich vor allem durch die Verschiebung des Mundes nach hinten und durch die Vertiefung des so entstandenen prästomalen Körperbezirkes zu einer besonderen schraubigen und im Dienste der Nahrungsaufnahme tretenden Peris­tomalgrube bestimmt. Da die Peristomalzilien nicht mehr vollwertig bei der Lokomotion mitwirken, so ist für Paramecium eine ständige Übergewicht an Ruderkräften auf der Dorsalseite charakteristisch. Infolge dessen bewegt sich das Tier beim unbehinderten Vorwärtsschwimmen im Wasser anstatt einer Gerade entlang einer regelmässigen Schraubenbahn. Unter Berücksichtigung der regelrecht rotationssymmetrischen Körperform von Didinium, sowie der Tatsache, dass die Bewegung sich auf zwei, zur Körper­längsachse transversal gestellten und ringsherum gleichmässig ausgebildeten Wimperkränze reduziert hat, könnte man erwarten, dass hier hinsichtlich der möglichen Bewegungsformen viel übersichtlichere Verhältnisse vorliegen, als beim Paramecium. Falls man nämlich voraussetzen würde, dass sich der Schlag sämtlicher Zilien in gleicher Richtung und mit derselben Intensität erfolgt, dann müsste infolge der durch die Zilienbewegung auf den Körper durch Rückstoss ausgeübten Bewegungsimpulse eine einfache Translation des Infusors in Rich­tung der Längsachse resultieren. Solch ein geradliniges Vorwärtsschwimmen kommt im Leben des Tieres gelegentlich wirklich vor (Abb. 1 : a, b, c), der Körper rotiert jedoch dabei gleichzeitig auch um seine Längsachse, und zwar vom hinteren Pol gesehen nach rechts, also im Sinne des Uhrzeigers. Die Zilien müssen daher in diesem Falle nicht rein kaudalwärts sondern im Verhältnis zur Längs­achse schief nach links hinten schlagen. Bei der rückwärts gerichteten Flucht ­bewegung (Reversion) um mehrere Körperlängen, schwimmt das Tier meistens ebenfalls entlang einer Gerade, aber mit dem Hinterende voraus ; auch diese Bewegungsform weist also auf gleich grosse und ringsherum gleichmässig ver­teilte Ruderkräfte hin und ist eben darum von der geradlinigen Variante der Vorwärtsbewegung nur auf Grund der Bahnbildern ziemlich schwer zu unter­scheiden (Abb. 1. : i, j). Die Geschwindigkeit der Bewegung wechselt auch da je nach Exemplar (in unserem Fall 1.53, bzw.1.81 mm in der Sekunde). Diese Werte sind im Verhältnis zu der besonders häftigen Zilientätigkeit auffallend niedrig, offensichtlich darum weil infolge der stark schiefgestellten Schlagebene ein beträchtlicher Teil der Ruderkräfte in der Steigerung der Rotationsgeschwin­digkeit verschwendet wird. Wir müssen betonen, dass die vorerwähnte geradlinige Variante der Vor­wärtsbewegung unter natürlichen Verhältnissen ziemlich selten ist. Didinium beschreibt nämlich bei freier, unbehinderter Bewegung meistens ebenfalls eine Raumkurve, nämlich eine rechtsgewundene Schraube, wobei das Tier auch um seine Längsachse rotiert. Trotz der äusserlichen Symmetrie seines Körpers und

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