Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)
Fekete, G., Majer, A. , Tallós, P. , Vida, G. ; Zólyomi, B.: Angaben und Bemerkungen zur Flora und zur Pflanzengeographie des Bakonygebirges
456. * Anthriscus cerefolium (L.) Hoffm. ssp. trichosperina Drude. — Ist ein nitrophiles, wärmebedürftiges Schattenunkraut, welches, wie es durch sein Areal in Ungarn angedeutet wird, dem kühleren subatlantischen Klima ausweicht. Im Bakonygebiet wurde es im Jahre 1959 in einem Felsenwald von Urzustand des Som-Berges bei BakonybéI entdeckt. Sein Vorkommen scheint hier mit mehreren anderen nitrophilen Unkräutern (Parietaria officinalis, Urtica dioica, Geranium columbinum, Chelidonium majus, Lactuca serriola usw.) gemeinsam, ursprünglich zu sein. Zur Unterstützung dieser Annahme möchten wir uns auf ein Beispiel aus dem benachbarten Vértes-Gebirge berufen. Auf schönen Dolomitgraten oberhalb der Gemeinde Csákberény, an schwer erreichbaren Stellen, in Spalten von Felsenstufen und auf Dolomitbänken angesammeltem Humus, auf reichen Rendzinen entwickelt sich ein primäres Felsengebüsch des Cotoneastereto-Amelanchieretum cotinosum Jakucs & Fekete in Jakucs 1961, p. 203 {Cotinus coggygria 4, Cotoneaster integerrima C. tomentosa 1, Amelanchier ovalis + usw.). Hier erscheinen in der Krautschicht mehrere einjährige Unkräuter (Bromus squarrosus, Br. japonicus, Lactuca viminea, Carduus nutans, Fumaria schleicheri) und ihre Vermischung mit anderen nitrophilen Arten (z. B. : Oryzopsis virescens, Arabis turrita ; Geranium lucidumdies letztere findet seine Lebensbedingungen auch auf ruderalen Stellen) widerspiegelt vollkommen die natürlichen Verhältnisse. (Vergl. die ursprüngliche Rolle von Urtica dioica und Parietaria officinalis in unseren Felsen- und Schluchtwäldern. Auch unsere Auen-, Moor- und xeromesophilen-Wälder in der Tiefebene sind ursprüngliche Standorte einiger sekundär als Unkraut weiter verbreiteten Pflanzen. Vergl. in dieser Frage noch jene Literatur, welche die Rolle der Steppenwiesen als primäre Standorte einiger Ruderalien betonen so z. B. M e u s e 1, 1949 usw.). Wir möchten uns später noch mit dieser Frage beschäftigen, hier wollten wir nur auf das Sammeln ähnlicher Beobachtungen, die sicher zur Frage des Ursprungs einiger Unkräuter nützliche Angaben liefern könnten, aufmerksam machen. (F. G.) — Ausserhalb des Mittelgebirgs-Gebietes : Bakonyszentlászló — Tevel. Waldtypbildend in Akazienwäldern auf sandigem Löss. (M. A.) 493. Seseli leueospermum W. et K. — Nach dem Erweis seines Charakters als Dolomitendemismus (vergl. Zólyomi, 1942) ist im Laufe der Zusammenstellung seiner Arealkarte die Notwendigkeit der Feststellung der Standortsverhältnisse der einzigen R é d l'schen Nordbakonyer Angabe („Odvaskő") aufgetaucht. Wir meinten nämlich, dass im Nordbakony das Dolomitgestein fehle. Aus den Original-Aufnahmekarten des Staatlichen Geologischen Institutes erhellte jedoch, dass sich am nordwestlichen Rande des Nordbakony in schmalen Streifen Dolomitgestein hinzieht und dass auch der Berg ,,Odvaskő" aus Dolomitgestein aufgebaut ist. Als man nach dieser Feststellung diesen Dolomitstreifen im Jahre 1948 systematisch begangen hat, sind als neuerlicher Beweis für die Gesetzmässigkeit des Dolomitphänomens bisher im Nordbakony unbekannte, oder nur zum kleinen Teil bekannte, für das Dolomitgestein charakteristische Arten und Pflanzengesellschaften der Reihe nach zum Vorschein gekommen. So auf dem nach SW exponierten, 30—35° geneigten Dolomitabhang des „Kopaszhegy (370 m) bei Szücs ist Seseli leueospermum im typisch entwickelten offenen Dolomitfelsenrasen (Festucetum glaucae hungaricum) entdeckt worden (der äusserste Nordbakonyer Punkt der Arealkarte deutet es an — B. Zólyomi Acta Bot., 1, 1950, Fig. 3., Beilage). Charakteristisch ist übrigens für diese Lokalität, dass in der Kontakzone des Dolomitfelsenrasens und der angrenzenden Wälder die Birke (Betula pendula) regelmässig auftritt. Dafür gibt es im Transdanubischen Mittelgebirge nirgends ein Beispiel. In Mitteldeutschland am Gipsgestein des Kyffhauser bezeichnet M e u s e 1 als einen charakteristischen Zug das Auftreten der Birke in der Kontakzone des entsprechenden ,,Buchen-Heidewald"-es und des dortigen Felsenrasens (Herzynia, 3, 1939, p. 251—257, Tafel XXVII Foto 1). Diese Erscheinung ist bei dem gegenüber unserem Mittelgebirgsklima kühl-kontinentaleren, aber zugleich relativ mehr atlantischen mitteldeutschen Klima verständlich. Der auf dem „Kopaszhegy" bei Szücs auftretende Birkensaum zeigt vorzüglich das verhältnismässig kühlere atlantischere Mesoklima der nördlichen Abhänge des Nordbakony an. Diese Seite ist nämlich kühlen, niederschlagsreichen nordwestlichen Luftströmungen direkt ausgesetzt. Damit ist auch ein rascheres Auslaugen des Bodens verbunden. Dies wird nicht nur durch das Vorhandensein der Birke, sondern auch durch den Umstand angedeutet dass das Fago-Ornetum von basisch-neutralem Boden hier auch in azidophile LuzuloFagetum-Wälder übergeht oder mit solchen in Berührung tritt. ) Parallele Erscheinung im Kyffhauser, wo der Heidebuchenwald und Eichen-Birkenbestände mit Heidekrautunterwuchs sich berühren (M e u s e 1 1. c. p. 251). — (Z. B.) 545. Galium parisiense L. — BakonybéI : Airo-Vulpietum (F. G.) 661. Callitriche verna L. — Csehbánya („Keresztnyiladék") (T. P.) 680. Vinca minor L. — Im Nordbakony schon selten. — Ugod („Nagysarok") — Szücs („Répásárok") — Iharkút („Sármás") (M. A.) 683. * Cuscuta campestris Yuncker. — Adventivart bei BakonybéI („Tiszavízvölgy, Gellavölgy") — „Cuhavölgy" : Steinbruch (T. P.)