Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Andreánszky, G.: Ergänzungen zur Kenntnis der sarmatischen Flora Ungarns I.

Aderung handelt es sich entschieden um ein Pappelblatt, welches den Blättern der Populus acuminata Rydb. in hohem Masse entspricht. Das Blatt wurde bei der Fossilisierung etwas verzerrt, so dass es schwach asymmetrisch zu sein scheint. Die Seitennerven sind auffallend schwach und von einem stark un­sicheren Lauf. Unter den fossil beschriebenen Pappelarten wurde keine mit P. acuminata Rydb. in Zusammenhang gebracht. Die Beschreibungen bzw. Abbildungen zeigen auch nicht auf eine ähnliche Blattform. P. styracifolia Web. ist nach der Beschreibung und nach einer Abbildung (Ettingshausen, Foss, Flora von Tokay, 1853, Taf. III, Fig. 3) auch im oberen Teil nicht regelmässig und dicht gekerbt­gesägt, sondern ähnlich unserem Blatte gegen den Grund zu, nur spärlich wellig­gezahnt. Auch die Aderung weicht ab. Nach Schimper (Traité de Paléont. Vég. II, 1870—72, p. 700) ist die Zugehörigkeit dieser Art zur Gattung Populus fraglich. So können wir unser Blatt mit dieser Art keinesfalls identifizieren. P. acuminata Rydb. ist in Nordamerika von Nordosten über Nebraska bis Südwesten verbreitet, aber bei weitem nicht so häufig wie die übrigen Pap­pelarten. Als ripikoler Baum ist er gegen die klimatischen Verhältnisse ziemlich unempfindlich. Der Baum erreicht keine besondere Höhe (Maximalhöhe nicht weit über 20 m) und entwickelt eine breit-pyramidale Krone. Salix cfr. alba L. (Taf. III, Fig. 12) Der obere Teil eines Weidenblattes wurde 1959 in Bánhorváti am Fundort Verőbánya gesammelt. Die Erhaltung des Bruckstückes ist vortrefflich und die Aderung bzw. der Blattrand deutlich sichtbar. Das Bruchstück ist 4 cm lang ; das Blatt durfte 7 bis 8 cm lang und etwas über 2 cm breit gewesen sein. Gegen die Spitze zu ist das Blatt etwas ausgezogen und wahrscheinlich spitz. Der Rand ist sehr fein und ziemlich spärlich gesägt. Die Aderung ist von den übrigen aus dem ungarischen Tertiär bekannten Weidenblättern stark abwei­chend. Die Sekundärnerven gehen nämlich nicht in einem offenen Winkel, d. h. beinahe rechteckig aus um dann stark nach vorne zu biegen und am Blatt­rande weit gegen die Spitze zu weiterzulaufen, sondern in einem spitzeren Winkel {etwa 45°), sie biegen dann nur massig nach vorne, laufen am Blattrand nur kurz weiter und anastomisieren bald mit den Nachbarnerven. Die Sekundär­nerven stehen dicht, der Abstand zwischen ihnen beträgt 2 bis 3 mm. Alle diese Eigenschaften des Blattrandes und der Aderung entsprechen der S. alba L., nur sind die Blätter der rezenten Art in der Regel schmaler. Unter den Herbarexemplaren finden sich aber solche, die auch in dieser Hinsicht unserem Blatte gleichkommen. Besonders ein Exemplar aus Ungarn, der mit dem Namen S. alba var. latiuscula Borb. bezeichnet ist. Die Blätter dieses Exemplares entsprechen unserem fossilen Blatt vollkommen, so dass wir über­zeugt sind, dass unsere fossile Art mit S. alba L. identisch ist. Am selben Gesteinstück befindet sich ein weiteres Weidenblatt dessen Erhaltungszustand weniger gut ist. Es weist sonst dieselben Eigenschaften auf wie das beschriebene Blatt, ist aber schmaler und entspricht der allgemeinen Breite der S. alba L.-Blätter. Der Blattbreite kann also keine Wichtigkeit zu­geschrieben werden. Mehrere fossile Arten wurden mit S. alba L. in Beziehung gebracht, doch gibt es unter ihnen keine, die in einem so hohen Masse der rezenten Art ent-

Next

/
Thumbnails
Contents