Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Báldi, T., Kecskeméti, T. , M. Nyírő, R. ; Drooger, C. W.: Neue Angaben zur Grenzziehung zwischen Chatt und Aquitan in der Umgebung von Eger (Nordungarn)

zeigt. Demgegenüber befinden sich im Stratotypus des Aquitans, ebenfalls auf Grund der Angaben von P e y r o t, nur etwa 3% oligozäne Elemente. In SW Frankreich trennt sich die Malako-Fauna der chattischen und der aquitani­schen Stufen sehr scharf voneinander ab. Auch in NW-Deutschland ist ein ähn­lich scharfer Unterschied zwischen den beiden Faunen festzustellen. Im Strato­typus der chattischen Stufe befinden sich nur 19% miozäne Elemente (Görges 1952), während das boréale Aquitan (Klintinghoved, Vierländer Stufe) höchstens 4% oder noch weniger oligozäne Formen aufweist (Sorgenfrei 1940, Anderson 1959). Alles zusammengefasst müssen wir also feststellen, dass man es im Gebiete der Stratotypen mit der chattischen und aquitanischen Stufe als mit voneinander klar trennbaren, aufeinander folgenden selbständi­gen chronologischen Einheiten zu tun hat. Daraus folgt natürlich nicht zwangs­mässig, dass sie auch innerhalb des Karpatenbeckens so klar voneinander ge­trennt werden können. Da sowohl der Stratotypus der chattischen wie auch der der aquitanischen Stufe in solchen Becken liegt, die zwar mit der Paratethys in Verbindung standen, von der aber doch abgesondert waren, können wir uns bei der chronostratigra­phischen Einteilung ausschliesslich der Biostratigraphie bedienen. Die chrono­stratigraphische Identität kann nämlich, wie bekannt, allein auf Grund der Evo­lution der Organismen, d. h. auf Grund der Biostratigraphie, angenähert wer­den. Erst nach den chronostratigraphischen Parallelisierungen konnten wir unsere Ergebnisse mit den lithostratigraphischen Begebenheiten vergleichen, d. h. mit jenen Kriterien wie petrographische Merkmale, diastrophische Erschei­nungen (ununterbrochene Sedimentation, Diskordanz, Ablagerungszyklen), leichtere Möglichkeiten bei den Kartierungsarbeiten usw., auf Grund deren der Lithostratigraphie ermöglicht wird, die Reihe der Sedimente zu gliedern und die für eine chronostratigraphische Identifizierung der Schichten von von­einander weiter entfernt liegenden Becken nicht geeignet sind. Für eine Korrelation der Ablagerungen des Oberoligozäns und des untersten Miozäns scheinen zur Zeit die Miogypsinen besonders geeignet zu sein, da ihre Evolution (Morphogenese) gut bekannt ist. Die traditionale Grundlage für die tertiäre Biostratigraphie bilden die Mollusken, aber nicht die Morphogenese, also nicht die Evolutionsreihen einzelner engerer Gruppen, sondern die statisti­sche Wahrscheinlichkeit des Vorkommens der einzelnen Arten in den einzelnen Stufen bezw. Horizonten. Die Grundlage dieser traditionellen L y e 1 l'schen Methode ist im Grunde genommen ebenfalls die Evolution, jedoch nicht in so unmittelbarer Weise, wie das im Falle einer Horizontierung auf Grund von Biozonen klar hervortritt. In unseren Untersuchungen haben wir neben den Miogypsinen aber weder die stratigraphische Rolle der Mollusken noch die irgend einer anderen Gruppe, die biostratigraphisch auszuwerten wären, ausser Acht gelassen. D. Wenn man die Teilergebnisse, die wir im Zusammenhange mit der ausführlichen stratigraphischen Auswertung der einzelnen Gruppen in den vor­hergehenden Kapiteln bereits abgeschrieben haben, zusammenfasst, kann man folgende Schlussfolgerungen ziehen. Miogypsinen, die der Art M. septentrionalis angehören, sind im mittleren und besonders im obersten Horizont der glaukonithaltigen Schichten zu finden. Ein chattisches Alter dieser Schichten ist also als bewiesen zu betrachten (vergl. Kapitel V).

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