Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 50. (Budapest 1958)

Verseghy, K.: Die endemischen Flechten der Karpaten und des Karpatenbeckens

Die endemischen Flechten der Karpaten und des Karpatenbeckens Von K. VERSEGHY, Budapest Im Gebiete der Karpaten und des Karpatenbeckens wurden bis jetzt 103 endemische Flechtenarten gefunden, die 12 Familien angehören. Die grösste Zahl der Arten gehört in die Familie der Verrucariaceae mit 58 Endemiten. Diese immense Grösse der Artenzahl scheint übertrieben zu sein, aber sie wird annehmbar wenn man die Monographie S e r v i t ' s : Őesko­slovenské Lisejniky Celedi Verrucariaceae studiert. Servit hat die Arten der Familie Verrucariaceae der Karpaten untersucht, bearbeitet, und viele neue Arten beschrieben. Die meisten Endemiten der Familie stammen aus den Belaer Kalkalpen, der Hohen Tatra, dem Retyezat-Gebirge und aus den Bergen bei Herkulesbad, somit erstrecken sich die endemischen Arten des behandelten Gebietes auf die Nord- und Südkarpaten ferner auf dem Praemoesicum. Sehr auffallend ist das Vorkommen von Amphoridium viridicans Serv. im Bakony-Gebirge (Matricum) und das Übergreifen der Verrucaria Fórissi Serv. aus dem Eucarpaticum ins Matri­cum (Bükk-Gebirge). Beide sind submontane Arten, im Gegensatz zu den übrigen Arten der Familien, die alle montane Elemente darstellen. Ausser den zahlreichen Arten aus der Familie der Verrucariaceae sind die übrigen Ende­mismen des Carpaticum Arten der Gattungen Staurothele, Microglaena, Calicium, Lecidea, Pertusaria, Usnea. Die endemischen Usnea-Arten leben nur in der Hohen Tatra ; die Calicium­Arten sind, zwei Arten ausgenommen, Endemismen der Marmaroscher Alpen. Interessant ist die Verbreitung einigen Arten der Familien Lecideaceae und Pertusariaceae. Die meisten Arten der beiden Familien leben in den Nord- und Süd-Karpaten. Pertusaria slalactiza und ihre Varie­täten breiteten sich aus den Süd-Karpaten bis in die Gegend von Herkulesbad aus (Praemoesi­cum). Die in dieser Arbeit behandelten endemischen Arten der Lecideaceae sind, zwei Arten ausgenommen, montane Elemente ; Catillaria Zschackei Eitn. ist eine Art des Hügellandes und Thalloedaema Zsäkii Szat. eine der Tiefebene (Planicierum incola) (jenseits der Theiss). Die endemischen Arten der Gattung Caloplaca gehören zum Matricum, diejenigen der Lecanoraceae kommen auch hauptsächlich im Matricum vor, doch einige leben in Eupannoni­cum und in Transdanubicum. Der Endemismus der von H. Magnusson beschriebenen Acarospora-Arten ist zwei­felhaft, da der Autor selbst bemerkt, dass er ihr Vorkommen in Mitteleuropa voraussetzt. Von der Behandlung der Subendemismen nehme ich Abstand, da unsere Kenntnisse über die Daten der angrenzenden Territorien sehr lückenhaft sind. Zusammenfassend dürfen wir die Behauptungen aufstellen, dass 1. die endemischen Flechtenarten der Karpaten und des Karpatenbeckens sich nicht nur artenweise, sondern im allgemeinen auch familienweise auf einzelne Florenbezirke verteilen. Diese Tatsache folgt natür­lich aus der Abhängigkeit der Flechten vom Substrat und von der Höhenlage über dem Meere ; 2. die Territorien, besonders reich an Endemismen und charakteristisch sind : die Hohe- und Niedere Tatra, die Belaer Kalkalpen, sowohl auch die Umgebung von Herkulesbad ; 3. die Endemismen des pannonischen Florenbezirks sind scharf von denjenigen des Carpaticums abgegrenzt : es gibt keine gemeinsamen Arten. Als Leitfaden zur pflanzengeographischen Einteilung des Gebietes diente : R. S o ó : Analyse der Flora des historischen Ungarns (Magy. Biol. Kut. Int. Munkái, 6, 1933, p. 173—194). Die Bearbeitung der in meinem Artikel besprochenen 103 endemischen Arten wurde auf Grund der fast ganzen, in der Botanischen Sammlung des Ung. Nat. Museums befindlichen Literatur durchgeführt. Zum Schluss danke ich Herrn Dr. Ö. Szatala für seine wertvolle Hilfe in der Zusammen­stellung der Literatur und für die Arbeitsanleitung. 5 Természettudományi Múzeum Évkönyve

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