Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1955)

Bartha, F. ; Soós, L.: Die pliozäne Molluskenfauna von Balatonszentgyörgy

Nordafrika ein. Die westliche Grenze ihrer Verbreitung erreicht die Pyrenäen, nach Osten zu erreichte eine ihrer Arten die Dobrudscha. Eine aus vier Arten bestehende Gruppe lebt in dem Gebiete der Karpaten, von wo sie sehr zerstreut nach Norden bis zu den Sudeten und bis nach Litauen vordringen. Das nörd­liche Verbreitungsgebiet hängt mit dem südlichen nur an einer ganz dünnen Linie zusammen, welche sich durch den Nordteil des Balkans und das Banater Bergland hinzieht. Die fossilen Arten Transdanubiens stellen die Verbindung zwischen dem sich bis nach Krain und in einigen Spuren bis Südsteiermark erstreckenden südlichen und dem sich bis zum Börzsöny-Gebirge ausdehnenden karpatischen Verbreitungsgebiet dar. Nach Süden ist die Verbindung umso enger, weil auch aus der Sammlung von Schréter, aus dem Travertin von Dunaalmás, eine Art der Gattung, die H. pelissae Soós zum Vorschein kam. Die Absonderung der pannonischen Stufe vom Oberpannon kann auf Grund des Profils von Balatonszentgyörgy ziemlich gut und zwar zwischen den im Profil mit den Nummern 11. und 12. bezeichneten Sedimenten durchgeführt werden. Die Fauna des mit No. 12 bezeichneten Sandes weicht von der Fauna der nachfolgenden Sedimente grundsätzlich ab. Im Profil von Öcs kann die Abson­derung schon nicht so gut durchgeführt werden, da Arten levantinischen Charak­ters auch vor der endgültigen Zurückdrängung der Fauna oberpannonischen Charakters bereits in einer bedeutenden Anzahl auftreten. Die Abwesenheit der Congerien und Limnocardien, beziehungsweise das Vorherrschen der Vivi­paruse und Melanopsise bietet zur Abgrenzung im Ungarischen Becken keine so gute Grundlage, wie im westslawonischen Becken. Bei uns können die Limnocar­dien-, bzw. Congerienschichten nicht horizontenweise abgesondert werden. Weder da ç Verschwinden der Fauna pannonischen Charakters, noch das Auf­treten Arten levantinischen Charakters neueren Typs stellen schliesslich einen für das Gebiet des ganzen Landes einheitlich fasslichen Zeitpunkt dar, die genaue Bestimmung der levantinisch-pannonischen Grenze ist deshalb bei uns zweifelhaft. Unter diesen Umständen erscheint es als zweckdienlich, bei der Festsetz­ung der Grenze unser Augenmerk auf die grösseren Zyklen der geologischen Bewegungen zu richten, wie dies auch K r e t z o i getan hat. Unter den verschie­denen Ansichten besteht nähmlich in jener Hinsicht, dass der Oberpannon mit einer Regression ein Ende nahm, keine Abweichung. Danach nimmt S ü m e g h y eine längere kontinentale Periode an, in welcher fluviale und landbewohnende Arten vorherrschten. Die Bearbeitung der Faunen von Balatonszentgyörgy und Öcs weist aber darauf hin, dass sich hier eine paludische Süsswasserperiode einge­schaltet hat. Diese Feststellung ist darum von grosser Wichtigkeit, weil im Ge­biete des Mitelländischen Meeres und im rumänischen Becken die unterlevan­tinische Stufe, das Plaisancien durch eine Transgression von 1 000—2 000 m gekennzeichnet wird. In Ungarn konnten bisher keine Spuren dieser Trans­gression nachgewiesen werden. Es ist aber möglich, dass in unserem Lande der grossen südlichen Transgression zwischen dem levantinischen Festlande und der Regression des oligohalinen Wassers eine Transgression kleineren Masstabes entspricht. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass das mit No. 10. bezeich­neten Sediment von Balatonszentgyörgy und die nachfolgenden Ablagerungen bereits paludischen Ursprungs sind. Es wirft sich die Frage auf, ob die 30—40 m mächtige Travertinschicht von Öcs, Pula, Nagyvázsony, Kapolcs, sowie der Umgebung von Várpalota nicht im Laufe der Transgression entstanden ist. Die Geologen bringen die Entstehung des Travertins im allgemeinen mit einer

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