Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1955)

Bartha, F. ; Soós, L.: Die pliozäne Molluskenfauna von Balatonszentgyörgy

Tonschicht (bezeichnet mit No. 2.) und durch eine 1 m mächtige Humusschicht (No. 1.) abgeschlossen. In der Tabelle sind diese sieben Schichten nicht angeführt, da sie keine Fauna enthalten. Zwecks e'ner womöglich genauen Bestimmung der Häufigkeit der Arten werden die Individuenzahlen der letzteren angeführt. Diese Angabe verrät mehr, als die blosse Bezeichnung »selten« oder »häufig« sogar in jenem Falle, wenn zufolge des n cht zusammengestimmten Sammeins sie nur in den Grenzen einer einzigen Schicht angewendet werden kann, in Balaton­szentgyörgy kann der letztere Fall beobachtet werden, da die Zahlen innerhalb der Sand­sch cht die Häufigkeit der Arten gut zum Ausdruck br ngen, diese aber mit den Ind viduen­zahlen der Tonschichten nicht verglichen werden können, da die Fauna der Sandschicht in einer weitaus grösseren Gesteinsmasse vorgefunden wurde. Es kann hier nur festgestellt werden, dass die Faunenelemente die Tonschichten spärlicher bevölkert haben, als den Sand. In der Molluskenfauna von Balatonszentgyörgy kommen landbewoh­nende, paludische (limnische) und oligohaline Arten vor. Die Fauna, welche in einem stärker salzigen Wasser gelebt hat, kam aus dem in der Tabelle mit No. 12. bezeichneten Sande hervor, und ist sowohl von den Süsswasserarten, als auch von den landbewohnenden Faunenelementen auch nach den Horizon­ten gut abgesondert. Die landbewohnenden und Süsswasserarten können in den mit den Nummern 8. und 10. bezeichneten Tonschichten vorgefunden wer­den, welche den Charakter eines Moorschlammes aufweisen. Sie sind voneinan­der nicht stark abgesondert, in dem mit No. 8. bezeichneten Tone findet sich aber eine bedeutend grössere Anzahl von landbewohnenden Arten. Die Anwe­senheit der Art Unio pucici Brus, im Ton No. 10. kann als ein interessanter Umstand angesehen werden, da diese Form zur Unio wetzleri nahe stehen kann. Auf Grund des Gesamtbildes der Fauna trägt die Fauna des oligohalinen Wassers einen oberpannonischen, jene der Tonschichten aber einen levanti­nischen Charakter. In der Ablagerung der Schichten kann eine bedeutende Lücke nicht eingetreten haben. Dies wird durch die Fauna des zwischen dem Sande und der Tonschicht gelagerten braunen moorschlammigen Sandes (Schicht No. 11.) bewiesen, in welcher einerseits eine bezeichnende Art des oberpannonischen San­des, die Art Melanopsis bouéi affinis noch vorkommt, anderseits aber auch die vorherrschende Art Planorbarius grandis der Fauna des Süsswassermoores schon erscheint. Obzwar die stufenweise Versüssung des Wassers des oberpannonischen Sees durch die Faunenelemente zweifellos bewiesen wurde und ausserdem zwischen der oberpannonischen und der unterlevantinischen Periode keine Sedimentations­lücke nachgewiesen werden kann, weicht die Fauna des unterlevantinischen Sees von jener des oberpannonischen Sees dermassen ab, dass diese von der anderen nicht abgeleitet werden kann. Unsere Süsswasser und der sich versüssende pan­nonische See weisen hier eine abgesonderte Entwicklungsgeschichte auf. Im Falle des Zuflusses von Flusswasser war selbstverständlich die Möglich­keit gegeben, dass einerseits einzelne Faunenelemente aus dem stärker salzigen Wasser in das Süsswasser eindringen und sich ihm anpassen konnten (Litho­glyphus, Dreissena und einzelne Melanopsis-Arten), andererseits aber auch gewisse fluviale Arten (einzelne Unio und Planorbis) sich dem salzigeren Wasser anpassen konnten. In Balatonszentgyörgy kann eine ähnliche Übergabe der Faunenelemente nicht bis zum Ende verfolgt werden. Es besteht kein Zweifel darüber, dass die Art Melanopsis bouéi affinis in die Übergangsschicht (Schicht No. 11.) eindringt, aber in dem darauffolgenden Moorschlamm kann ihre An­wesenheit nicht mehr nachgewiesen werden. Von den landbewohnenden Arten drang in die Sandschicht, zweifelsohne durch Einwaschen, nur ein einziges Exem­plar der Art Strobilops tiarula pachychilus ein. Ebenso kann aus der paludischen

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