Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)

Vajda, Gy. ; Backhausz, R.: Nachweis der Antispermine mit Hilfe der zytotropischen Reaktion

Nachweis der Antispermine mit Hilfe der zytotropischen Reaktion Von Gy. Vajda und R. Backhaus z, Budapest Metschnikoff(l) und Landsteiner (2) beschrieben bereits vor einem hal­ben Jahrhundert, dass bei Versuchstieren auf Wirkung parenteral eingeführter Spermien nach gewisser Zeit im Blutserum spezifische, spermatoxische Antikörper, Antispermine nach-, weisbar sind. Nach Metschnikoff werden diese Spermien von Makrophagen resorbiert, worauf dann, der Resorption der freiwerdenden Antigene folgend, Antikörper in Erschei­nung treten. Die weiteren serologischen Untersuchungen bezogen sieb zum Teil auf die Antigen­struktur der Spermien, zum Teil bezweckten sie die Klärung der Natur der Antispermine. In den Spermien lassen sich organspezifische, artspezifische und gruppenspezifische Antigene nachweisen. Unter Organspezifität versteht man, dass die entstandenen Antikörper nicht nur mit dem homologen Antigen, sondern, wenngleich in geringerem Grade, auch mit den Spermien anderer Tierarten eine Reaktion eingehen. Die Reaktionen sind zwischen ver­wandten Tierarten stärker (H e n 1 e [3], Kusumoto [4]). Nach den Untersuchungen von A m a n (5) lassen sich im alkoholischen Spermienextrakt die organspezifischen und im wässerigen Extrakt die.artspezifischen Antigene nachweisen. Die letzteren sind thermostabil. Der Kopf- und der Schwanzteil der Spermienzelle enthalten jeweis ein anderes Antigen, die Trennung geschieht am zweckmässigsten mit Hilfe von Schallwellen von hoher Intensität und Frequenz (9 kc/s) (H e n 1 e, H e n 1 e und Chambers [6]). Im menschlichen Spermien haben Krainskaja — Ignatowa(7) und P a 1­m i e r i (8) Blutgruppenantigene nachgewiesen. S t e u s n i g (9) hatte die Spermien mit Hilfe des Blutserums von mit Spermien verschiedener Individuen geimpften Kaninchen in Gruppen eingeteilt. Schreder(lO) konnte die männlichen und weiblichen Spermien von Kaninchen auf elektrophoretischem Wege voneinander trennen, erstere versammelten sich an der Kathode, letztere an der Anode. Zum Nachweis der Antispermine stehen mehrere Methoden im Gebrauch. Am häufig­sten wird die Komplementbindungsreaktion angewandt. Als Antigen werden wässerige, alko­holische, eventuell cholesterinisierte Hodenextrakte von Stieren, Schweinen oder plötzlich verstorbenen Männern benutzt. Der Gewinnung menschlicher Antigene stehen oft Schwierig­keiten im Wege, wogegen die Anwendung tierischer Antigene die Möglichkeit ausschliesst, die einzelnen feineren, mit den Gruppeneigenschaften in Zusammenhang stehenden Unter­schiede zu untersuchen. Weitverbreitet ist auch, das Agglutinationsverfahren. Bei der Durchführung der Unter­suchungen ist jedoch unbedingt zu berücksichtigen, dass eine Agglutination auch auf Wir­kung nicht spezifischer Faktoren (Chemotaxis, pH-Veränderungen, gallensaure Salze, Bakte­rien) erfolgen kann (K at о [11], Debenedetti und Cur za do [12], Rosen­thal [13]). Je nach dem Typus der spezifischen Agglutinine können die Spermien mit ihrem Kopfteil oder ihrem Schwanzteil aneinander haften. Die Untersuchung der spermatoxischen Wirkung findet in der Weise statt, dass das Aufhören der Beweglichkeit der Spermien in normalem und in Antikörper enthaltenden Blut­serum verglichen wird. Im letztere hört die Bewegung 5—6 Stunden früher auf. Die Beweg­lichkeit der Spermien wird vielfach auch durch die H —ionenkonzentration, die Temperatur, den osmotischen Druck, den Zuckergehalt und die Menge des Komplements beeinflusst. Äusserst hemmend wirkt auf die Beweglichkeit der Spermien der weibliche Harn während der Menses (M olnár [14]).

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