Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)

Jánossy, D.: Fossile Microtinen aus dem Karpatenbecken. I.: Lemminge

Endlich fand ich im Material auch Mandibeln von 7 mm Zahnreihenlänge der Form gulielmi und 8,5 mm Länge des Types D. henseli. Es bleibt eine offene Frage, ob im Schädelbau ständige Unterschiede feststellbar sind oder nicht. Solches Material war unter meinen Belegstücken bedauerlicherweise nicht vorhanden. Dem Paläontologen stehen gewöhnlich Mandibeln, ferner etwas seltener Maxillenbruchstücke zur Verfügung. In diesen zeigten sich aber, wie ich nachwies, keine beständigen Unterschiede, daher erkenne ich — im Einklang mit Kormos, Stehlin und О g n i e w — die Richtigkeit der Beibehaltung des Sammelnames Dicrostonyx torquatus Pall. an. Die Formen gulielmi und henseli können demnach höchstens als Varietäten betrachtet werden. Geographische Verbreitung im Pleistozän und in der Gegenwart Während wir die andere Form der Lemmingé aus den altpleistozänen Schichten Europas (Lemmus, Sackdilling [12], wahrscheinlich auch von Stránská-skála [33]) und aus Nordamerika (Pliolemmus, Deer Park Fauna [14]) ebenfalls kennen, sind die Reste des Dicrostonyx aus denselben Ablagerun­gen oder aus dem Tertiär unbekannt. Wie schon Stehlin bemerkte, erscheint der Halsbandlemming in Europa zuerst in Begleitung der Moustérien-Kultur, das heisst am Anfang der Würm-Periode. Das grösste Verbreitungsgebiet und ihre maximale Häufigkeit erreicht die Art am Ende des Würms, in der Magdalénien-Période. Bedauerlicherweise sind doch die meisten Fundstellen archäologisch nicht datiert, so dass wir in diesen Fällen nur allgemein vom Spätpleistozän sprechen können. Bemerkens­wert ist es jedoch, dass nach H i n t о n s Annahme D. gulielmi die ältere Form ist. Demgegenüber gehört das aus älteren Mousterien-Schichten stammende, bescheidene Material von Cotencher — wie schon vorher erwähnt — nach S t e h 1 i n s Feststellungen zum D. henseli-Typ (6, p. 126). Demzufolge kann auch die Folgerung W e 11 s t e i n's nicht akzeptiert werden (34, p. 542), wonach die niedrige Zahl des gulielmi-Typs in der Magdalénien-Schicht der Merkensteinhöhle das Aussterben dieser Form bedeuten sollte. Sämtliche aus dem ungarischen Becken stammenden Reste, die archäolo­gisch befriedigend datiert werden können (die betreffenden Schichten der Höhlen Pálffy, Kiskevély, Remete, Jankovich (Bajót), und der Felsnische Pilisszántó), gehören ausnahmsloss der Magdalénien-Période an. Aus dem ungarischen Moustérien sind Lemmingé bisher unbekannt. Um die pleistozäne und gegenwärtige annähernde geographische Ver­breitung vergleichen zu können, führe ich diesbezüglich zwei Karten neben­einander vor (Fig. 1.). Die Daten der pleistozänen Fundstellen des Dicrostonyx entnahm ich den Werken von H i n t о n (17), Stehlin (6), Wolf (36) und anderen zer­streuten literarischen Angaben, die der gegenwärtigen Verbreitung den Arbeiten von Hinton, Anderso n —R and (1) und О g n i e w. Unter den mir bekannten eiszeitlichen Fundstellen blieb aus technischen Ursachen allein der Fundort im Altai-Gebiet weg (in 28, p. 493). Wenn wir das spätpleistozäne Vorkommen der Form mit der Grenze der letzten Vereisung vergleichen, dann ist es gut ersichtlich, dass die Mehrzahl

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